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In den "unsexy" Top Ten: Britney Spears, Victoria Beckham und Eva Herman (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe In den "unsexy" Top Ten: Britney Spears, Victoria Beckham und Eva Herman
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Aufschlussreich ist die Lektüre der diesjährigen Liste der «Unsexiest Women». Denn was haben Paris Hilton, Eva Herman und Bill Kaulitz eigentlich gemeinsam, fragt sich Sophie Albers .

«Sexy», das heißt laut Duden erotisch-attraktiv. Wird eine Frau als unsexy bezeichnet, heißt das also, sie löst beim Mann nichts aus. Tote Hose in diesem Fall beim «FHM»-Leser, der an der Wahl der «Unsexiest Woman 2007» teilgenommen hat. Es sind 19.271 gewesen, die sich dem Experiment hingaben, wie einer Pressemitteilung des Magazins zu entnehmen ist. Gleichsam freudestrahlend liefert sie die Top 100 dieser effektlosen Frauen.

Und diese Liste liest sich fast ein bisschen verzweifelt, denn neben den üblichen Verdächtigen, den mutmaßlich Asexuellen und den langweiligen Ludern, gibt es auch einige Nennungen zum Trotz. Und was macht eigentlich Tokio-Hotel-Frontmann Bill Kaulitz auf Platz 27? Ein Erklärungsversuch:

Platz eins - wer hätte das gedacht - geht an Britney Spears. Schließlich sind glatzköpfige Frauen bei Männern ungefähr so beliebt wie Potenzprobleme. Zudem hat das einst so kuschelig-rehäugige Mädchen mittlerweile das so abtörnende Wort Problem dick auf der Stirn stehen: Drogen hat sie genommen, einen Mann nach dem anderen gehabt, so genannte Schlampen-Auftritte hingelegt - und dann sind ja da auch noch ihre zwei Kleinkinder. Die stören bei der Sex-Fantasie natürlich wie ein Kondom im Fall des Falles.

Platz drei ist ein Langweiler, aber auch ein lustiges Beispiel für die männliche Psyche. Paris Hilton gehört demnach zu den Frauen, die Männer kalt lassen. Wahrscheinlich haben die Millionen Käufer ihres so genannten Privatpornos «One Night in Paris» einen Reisebericht erwartet. Aber Rapper gehen ja auch nicht mit Groupies ins Bett.

Die Sexiness von Desiree Nick
Platz sechs geht an Eva Herman, und das ist irgendwie beruhigend. Eigentlich hatte die schreibende «Tagesschau»-Sprecherin mit ihren antifeministischen Thesen ja die Frauen vergrätzt. Doch die von ihr geforderte Rückkehr zur traditionellen Frauenrolle scheint auch die Männer nicht mehr hinter dem Ofen hervorzulocken.

Allerdings scheint es auch mit der Lust auf die eigensinnige Partnerin, wie sich mutmaßen ließe, nicht so weit her zu sein: Die ebenfalls schreibende Herman-Gegnerin und Kabarettistin Desiree Nick belegt den zehnten Platz in der Unsexy-Liste.

Bei Platz elf möchte Frau gern glauben, dass die Geschichte vom Mann, der die normale Frau dem Model vorzieht, stimmt. Doch wir müssen leider davon ausgehen, dass es sich bei Kate Moss um eine Trotzwahl handelt. Klar findet nicht jeder die breiten Wangenknochen und den knabenhaften Körper sexy, aber zeigen Sie mir einen Mann, der nicht mit einem Topmodel ins Bett gehen würde, wenn er könnte. Allein weil er dann sagen könnte, dass er konnte.

Merkel und Kaulitz
Lacher rufen die Plätze zwölf und dreizehn hervor, denn sie gehen an Gabriele Pauli und Angela Merkel. Übersetzt hieße das ja, dass Männer eher etwas mit der Bundeskanzlerin anfangen würden als mit der - an herkömmlichen Standards gemessen - attraktiven Stoiber-Kritikerin. Oder macht die Macht die Merkel erotischer?

Die übliche Riege der Luder, Ex-Luder und eindeutigen Sex-Stars durchzieht die Liste gleichmäßig: Verena Kerth (acht), Djamlia Rowe (14), Naddel (21), Kader Loth (22), Dolly Buster (48), um nur einige zu nennen.

Heidi Klum belegt Platz 25, und auch bei dem zum Unternehmen gewordenen Model ist es wohl weniger der mangelnde Sex-Appeal, als das Genervtsein vom Überangebot, das für die Nennung sorgt. Die Model-Show bei Pro7 hat da sicher ihren Anteil.

Allerdings hat Klum gegen Bill Kaulitz verloren, der auf Platz 27 rangiert. Also erregen sich «FHM»-Leser eher über Kaulitz denn über Klum? Falls Sie einer der Befragten waren und gerade nicht wissen, wohin mit sich: Eine seriöse Zeitschrift hat Kaulitz' Gesichtszüge mit denen der jungen Liz Taylor verglichen. Und ich verspreche Ihnen, auch ganz harte Jungs haben schon zugegeben, dass der Sänger bei ihnen erotische Fantasien hervorruft. Also nichts für ungut.

Kältetod und der letzte Rest
Wir passieren nun Platz 30, Celine Dion, und wenden uns Platz 34 zu: Monika Holmeier... Monika Holmeier? Wie kann das sein? Platz 37 geht an Angela Ermakowa, Platz 41 an Jasmin Tabatabai. Ursula von der Leyen schaffte es auf Platz 42. Die Familienministerin ist übrigens begehrenswerter als die Gesundheitsministerin (38). Kein Wunder: Von der Leyen fördert die Fortpflanzung, Ulla Schmidt ist gegen das Rauchen. Aber soll das nicht auch die Fortpflanzung ankurbeln?

Nicole Kidman kann sich noch so sehr bemühen, sexy auszusehen, selbst Frauen vermittelt sie das Gefühl, bei Berührung den Kältetod zu bringen. Platz 51 nur. Da kuschelt Mann doch lieber mit Liza Minelli: Platz 52.

Da die Unsexiness mit dem Fortschreiten der Liste abnimmt, könnte man eigentlich sagen, dass die Neunziger-Plätze in diesem Ranking die erstrebenswerten sind: Die andere Hilton-Schwester, Nicky, hat also einige Fans, auch Maren Gilzer, Whitney Houston und Katja Riemann. Natürlich könnte man das aber auch so übersetzen, dass diese Frauen in die Kategorie «egal» fallen, denn zugegeben, sich über die Unsexiness aufzuregen, bedeutet immerhin Aufregung.

Ein paar tröstende Worte gibt es jedoch für die Nummer 100. Diese Zahl markiert schließlich das Ende des Erotikmangels, also eigentlich steht Franzi van Almsick schon auf den hinteren Plätzen der nächsten Sexy-Liste.