15.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Moderatorin Petra Gerster und ein Kollege.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wie es die Frau um die 50 mit dem Lifting halte, sei die Gretchenfrage unserer Zeit, meint Petra Gerster. Im Internet spricht die Moderatorin offen über Schönheitsoperationen - und ihre eigenen Erfahrungen damit.
Das Bestreben von Frauen, die Sichtbarkeit ihres Alters durch Kosmetik, Fitness, Diät, Wellness-Reisen und medizinische Eingriffe zu bekämpfen, sorge für eine milliardenschwere Anti-Aging-Industrie, schreibt Petra Gerster in der Onlineausgabe von «Bild».
Die Frage, ob ihre Schönheit noch natürlich sei, würde prominenten Frauen immer häufiger gestellt, so Gerster. Sie selbst wolle jedenfalls auch nicht alt aussehen, gibt die Moderatorin der «heute»-Nachrichten zu.
Ständig sähen sich prominente Frauen um die 50 öffentlich mit der Frage konfrontiert, was sie denn vom Lifting hielten, so Gerster: «Niemand redet gern darüber und gerade weil niemand gerne darüber redet, werden Frauen wie Hannelore Elsner dauernd danach gefragt. Kein Interview ohne die neue Gretchenfrage. Viel Lüge, viel Heimlichtuerei, viel Verklemmtheit und viel zudringliche Neugier sind da im Spiel.»
Die ersten Frauen, die sich öffentlich zu Schönheitsoperationen bekannt hätten, seien Hildegard Knef und Nadja Tiller gewesen. Erstere habe dafür sehr viel Häme einstecken müssen, letztere habe Jahre gebraucht, um sich an das neue Gesicht zu gewöhnen.
Klassenunterschiede am Äußeren erkennenAls sie das Thema mit ihrer Familie diskutierte, sei ihr Mann der Meinung gewesen, dass Schönheitschirurgie in zehn Jahren zu einer Klassenfrage werden würde. Wer es sich leisten könne, werde sich liften lassen außer die wirklich souveränen Frauen. Sie selbst halte es aber nicht für unsouverän, sich liften zu lassen, sagte die Moderatorin.
Lieber OP als müde und fertig aussehenSchließlich habe sie sich auch gegen den Willen ihrer Familie die Schlupflider beseitigen lassen, die sie bereits mit vierzig Jahren «total müde und fertig» aussehen ließen. Nach der Operation hätten es doch alle gut gefunden, dass sie wieder die hübschen Augen von früher und den offenen Blick hatte.
«Warum sollte man Falten haben wollen, wenn es ohne geht? Muss denn der Zahn der Zeit sichtbar an allen nagen?», fragt die Moderatorin und beantwortet ihre Frage auch gleich mit einem eindeutigen «Nein». Schönheitsoperationen betrachte sie nicht als unzulässigen Eingriff in die Schöpfung, so Gerster. (nz)