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Dicker Ärger, dicke Quote für Bohlen

15. Jan 2007 11:09
Dieter Bohlen
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Politiker und Geistliche kritisieren Dieter Bohlen wegen «menschenverachtender Sprüche». Den Sender der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» interessiert das herzlich wenig.

Nun hat er es geschafft: Politiker und Kirchenvertreter haben Dieter Bohlen für seine derben Sprüche in der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) öffentlich kritisiert. So viel Aufmerksamkeit wurde dem ehemaligen Modern-Talking-Musiker schon lange nicht mehr zuteil.

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Dabei sind Bohlens Verbalattacken fester Bestandteil der Sendung, in der vor allem zu Beginn meist weniger begabte Möchte-Gern- Popsternchen vorsingen. Der 52-Jährige putzt sie dann mit heftigen Kommentaren herunter - «Was ist der Unterschied zwischen Euch und einem Eimer Scheiße? Der Eimer!». Es folgt ein Gefühlsausbruch, den die Moderatoren wieder eindämmen - und Abgang.

Nun fordert die stellvertretende FDP-Vorsitzende Cornelia Pieper ein Ende von Bohlens Entgleisungen. «Gerade weil diese Sendung viele Kinder und Jugendliche anschauen, ist das absolut verantwortungslos. Ich appelliere an RTL, solche menschenverachtenden Bohlen-Äußerungen künftig zu verhindern», sagte die Bildungspolitikerin der «Bild am Sonntag» (BamS).

«Durch den Kot ziehen lassen»

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Bischof Christoph Kähler, kritisierte in der «BamS» Bohlens Ausfälle: «Ich kann nur an die Vernunft aufgeklärter Menschen appellieren, sich nicht durch den Kot ziehen zu lassen, der ihnen da vorgesetzt wird. Kandidaten, die dort antreten, stellen sich einem Musikwettbewerb und nicht mehr. Beleidigungen können zu schweren persönlichen Verletzungen führen.»

Der jugendpolitische Sprecher der Grünen, Kai Gehring, empfindet das Verhalten des Musikers als Zumutung: «Dümmer, dreister, Bohlen. Der Verbalradikalismus gegenüber jungen Bewerbern hat auf der Mattscheibe nichts verloren. Wie sich Herr Bohlen in einer Musiksendung gebärdet, ist eine Zumutung für alle Zuschauer.» SPD-Medienpolitiker Marc Jan Eumann, Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen, forderte den Sender auf, Verantwortung zu tragen, «dass solche Gossensprache nicht Schule macht.»

Nicht Aufgabe des Senders

RTL weist die Vorwürfen zurück und stellt gleich mal fest, was die Aufgaben vom Unterhaltungsfernsehen heutzutage sind: «Es kann nicht Aufgabe der Unterhaltungssendung «DSDS» sein, Menschen auf den rechten Weg zu bringen und Erziehungsaspekten gerecht zu werden», sagte Tom Sänger, RTL-Unterhaltungs-Chef der Zeitung.

Und hier kommt der Grund: Der Privatsender ist mit der Quote zum Start der vierten Auflage von «DSDS» sehr zufrieden. 6,24 Millionen Zuschauer (17,9 Prozent) verfolgten den Auftakt der neuen Staffel am vergangenen Mittwoch. In der für RTL relevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen betrug der Marktanteil 31,3 Prozent. (nz)

 
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