Harald Schmidt reist auf «Traumschiff» mit
In der «Zeit» gibt Schmidt sich zudem selbstkritisch: Er habe seinen Kultstatus im deutschen Feuilleton verloren. Er sei jetzt einfach fällig für die Kritik. Lange sei er mit Preisen überhäuft worden. «Ich bin zu lange dabei, wahrscheinlich gehe ich mit meiner Großkotzigkeit den Leuten mittlerweile unfassbar auf die Nerven.»
Und er zeigte sich auch ungewohnt offen: Er sei gänzlich außerstande, Sentimentalitäten zu ertragen, sagte Schmidt. Er selbst gestatte sich ebenfalls keine. «Es ekelt mich, muss ich wirklich sagen ... Wenn ich bei anderen sehe, wie der Kiefer zittert, wie die Augen feucht werden - da fühle ich mich belästigt.»
Trotz Angst vor Gefühlen ist Schmidt bei den Geburten von zwei seiner Kinder dabei gewesen. «Ich stand da, und im Grunde war mir alles ruiniert worden durch die RTL-Entbindungsshows, wo Väter mit zwei Ohrringen und Transferleistungsgesicht in eine adipöse Gattin reinheulen. Ich konnte mich von diesen Bildern, die ich vorgegaukelt bekommen habe, nicht freimachen.» (nz)

