netzeitung.deOJ Simpson-Auftritt nach Protesten abgesagt

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Simpson während des Prozesses 1995 (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Simpson während des Prozesses 1995
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Schon die Ankündigung war beeindruckend geschmacklos. Der Ex-Footballstar OJ Simpson wollte ein hypothetisches Mordgeständnis ablegen. Die Sendung wurde gestoppt - und auch das Buch dazu.

Schon die erste Meldung sorgte für Verstörung, aus der schnell Entrüstung wurde: Der einst wegen Mordes an seiner Exfrau und deren Freund angeklagte OJ Simpson wollte in einem Fernsehinterview sowie einem Buch eine Art hypothetisches Geständnis ablegen. Der ehemalige Football-Star war 1995 freigesprochen worden und wollte unter dem Motto «If I Did It» (Wenn ich es getan hätte) berichten, wie er vorgegangen wäre, wenn er der Täter gewesen wäre.

Doch hat ein öffentlicher Sturm der Entrüstung nun nicht nur die Veröffentlichung des Buches, sondern auch die Ausstrahlung des TV-Interviews verhindert. Das Projekt sei nicht gut durchdacht gewesen, sagte Rupert Murdoch, der Verlagschef von News Corp., am Montag in New York. Er bedauere, dass die Pläne den Hinterbliebenen von Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman Leid zugefügt hätten.

Goldmans Vater Fred dankte in einem Auftritt bei «Larry King Live» den Amerikanern für ihren Protest gegen das Buch und das Interview. Mehrere Partner des US-Senders Fox hatten sich bereits gegen eine Ausstrahlung des umstrittenen Interviews entschieden. Dieses hätte in zwei Teilen, am 27. und 29. November, bei Fox laufen sollen. Murdochs News Corp. besitzt Fox ebenso wie das Verlagshaus HarperCollins. Dort sollte am 30. November das Buch «If I Did It» erscheinen, über das die Verlegerin Judith Regan sagte, sie betrachte es als Simpsons Geständnis.

Zurückgerufen und eingestampft
Einige Exemplare von «If I Did It» wurden allerdings bereits an Buchhandlungen ausgeliefert, wie eine Sprecherin des Verlags HarperCollins sagte. Diese sollten jedoch zurückgerufen und die gesamte Auflage vernichtet werden. Beim Online-Buchhändler Amazon war das Buch auf Grund von Vorbestellungen auf Anhieb in die Top-20 eingestiegen. Bis Montag war es auf Platz 51 zurückgefallen.

Brown Simpson und Goldman waren am 12. Juni 1994 vor ihrem Haus getötet worden. Simpson wurde 1995 in einem Aufsehen erregenden Mordprozess freigesprochen. Später wurde er in einem Zivilprozess für den Tod der beiden verantwortlich gemacht und zu Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe verurteilt. (nz)