Briten besorgt um Rennen-Absage der Queen
Als Elizabeth II. nicht zur Eröffnung des neuen Arsenal-Stadions in London erschien, sagten sich die Briten: Eine Muskelzerrung halt, sonst nichts. Als besonders große Fußballfreundin galt sie ja nie. Doch seit Freitag fragt sich die Nation: Wie krank ist die Monarchin wirklich? Dass die prominenteste Pferdeliebhaberin des Inselreiches den Besuch bedeutender Rennen Englischer Vollblüter absagte, hat ernste Sorge um ihre Gesundheit ausgelöst.
Zudem war die Rennveranstaltung ganz und gar dem 80. Geburtstag der dienstältesten Monarchin der Welt gewidmet. Die Läufe waren eigens nach erfolgreichen Rennpferden benannt, die Elizabeth II. besessen hat: Pall Mall, Highclerce, Monaveen, Aureole und Canisbay. Namen, die Erinnerungen an glorreiche Renntage wachrufen. Dass die Queen die «Racing Post» oft noch vor der «Times» liest, erzählen ihre Untertanen gern mit verständnisvollem Schmunzeln.
nicht», sagt Lisa Hancok, die Direktorin der Newmarket-Rennbahn. Schließlich habe sich die Queen ja trotz ihrer Rückenschmerzen entschlossen, wenigstens an dem Geburtstagsessen im berühmten Jockey Club teilzunehmen.
Es gehe wirklich um nichts weiter als eine Muskelzerrung, heißt es derweil immer wieder auf Anfrage im Buckingham-Palast. Nein, das sei nicht nur die Auskunft für die Presse, sondern auch für die ausländischen Botschaften, die sich nach dem Wohlergehen Ihrer Majestät erkundigen, um die Antwort an ihre Regierungen in aller Welt weiterzuleiten.
Nun heißt es, die Ärzte hätten der 80-Jährigen geraten, ihr selbst für erheblich Jüngere enormes Arbeitspensum zu kürzen. Kein Wunder, dass jetzt nachgeforscht wird, wie oft, wann und woran Elizabeth II. eigentlich bislang erkrankt war. Besonders lang ist die Liste nicht.
Zu den Eintragungen gehört, dass sie 1949 als junge Frau die Masern bekam und daher von ihrem wenige Monate alten Sohn Prinz Charles getrennt werden musste. In ein Krankenhaus kam die bekennende Anhängerin der Homöopathie zum ersten Mal 1982 - wegen eines vereiterten Weisheitszahns.
Die Sorge, die jetzt die Absage ihres Rennbesuches auslöste, hängt auch mit der Erinnerung an ein Ereignis im März 1993 zusammen: Die Königin wurde von einem ihrer Corgi-Hunde gebissen. Die schmerzhafte Wunde musste genäht werden. Trotzdem weigerte sich die Queen damals standhaft, einen Termin abzusagen, der ihr ähnlich viel wert gewesen sein soll, wie ein Pferderennen - den Besuch einer Fabrik für Handtaschen. (dpa)

