Tanz auf Hitlers Grab - Mel Brooks wird 80
Seit nunmehr fünf Jahren wird am Broadway jeden Abend Deutsch gesungen. «Der Guten-Tag-Hop-Clop», das «Lieblingslied des Führers», ist einer der Hits des Musicals «The Producers». Mit der vielfach ausgezeichneten Produktion ist Mel Brooks auf seine alten Tage der größte Erfolg seines langen Komikerlebens gelungen. Der Regisseur und Drehbuchautor, der am Mittwoch 80 Jahre alt wird, dürfte damit als jüdischer Experte für Hitler-Witze in die amerikanische Entertainment-Geschichte eingehen.
Der Reiz des Stückes besteht darin, dass es jede «political correctness» vermissen lässt und in einem fort Witze über Juden, Schwule, Hitler, Schwarze und Blondinen macht. Die Handlung geht in etwa so: Die beiden jüdischen Broadway-Produzenten Max Bialystock und Leo Bloom wollen in den fünfziger Jahren einen garantierten Musical-Flop auf die Bühne bringen, um ihre Geldgeber um die Investitionen zu betrügen und sich selbst zu sanieren. Auf der Suche nach der denkbar schlechtesten Vorlage stoßen sie auf «Frühling für Hitler», ein Machwerk des emigrierten Altnazis Franz Liebkind.
Für den englischen Komiker Peter Sellers (1925-1980) - ebenfalls ein Jude - war die Filmfassung von «The Producers» der «ultimative Film überhaupt» und die «Essenz aller Komödien». Die «New York Times» lobt: «Es ist so etwas wie ein Tanz auf Hitlers Grab.» Nur in Deutschland wurde Brooks gefragt, ob er Hitler nicht verharmlose. Seine Antwort: «Wir können mit den Mitteln der Komödie versuchen, Hitler seiner posthumen Macht und Mythen zu berauben. Wir nehmen ihm den heiligen Ernst, von dem er immer noch umgeben ist.»

