netzeitung.deCarrière am Kreuz, Ministerin Zypries erbost

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Mathieu Carriére am Kreuz (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mathieu Carriére am Kreuz
Foto: dpa
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Schauspieler Mathieu Carrière hat sich in Berlin ans Kreuz hängen lassen. Sein dramatischer Protest für das väterliche Sorgerecht stieß erneut auf viel Kritik.

Statt Nägeln wählte der Gekreuzigte Klebeband: Schauspieler Mathieu Carrière hat sich am vergangenen Samstag für eine Minute an ein Kreuz binden lassen. Der 55-Jährige, der nur mit einem Lendenschurz bekleidet war, wollte damit nach eigenen Angaben auf die Rechte von Vätern hinweisen. Die Demonstration wurde vom Verein «Väteraufbruch für Kinder» organisiert, der gemeinsames Sorgerecht auch bei nichtehelichen Kindern fordert. Carrière hatte sich mit seiner Ex-Freundin jahrelang um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter gestritten.

Reportern sagte er nach seiner Aktion: «Wir sind in Europa ein mittelalterliches Land, wenn es um Kinderrechte geht. Bis diese Gesetze geändert werden, dürfen wir keine Kinder mehr machen. Die Leiden von Jesus am Kreuz sind Leiden des Verlassenseins. Über fünf Millionen deutsche Kinder fühlen sich ebenfalls wie Jesus von ihren Vätern verlassen.»

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) kritisierte die Aktion vor ihrem Amtssitz als geschmacklos. «Offensichtlich geht es dabei vorwiegend um Effekthascherei und nicht um die inhaltliche Auseinandersetzung», sagte sie. Auch die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg hatte die Kreuzigungsaktion, an der rund 250 Demonstranten teilnahmen, zuvor schon kritisiert. (nz)