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Schnulleralarm bei Harald Schmidt

02. Mai 2006 16:16
Harald Schmidt in wichtiger Mission: Babys braucht das Land.
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Beim TV-Publikum kam die Sondersendung von Harald Schmidt nur mäßig an. Dabei zeigte sich der vierfache Vater von einer ganz persönlichen Seite und gab wertvolle Tipp zur Aufzucht der Brut.

Ja, die Freikarten kamen von der deutschen Telekom, und suuuper, dass das doch noch geklappt hat - ein bisschen zäh fing sie ja an, die Sondersendung von Harald Schmidt anlässlich seiner höchst erfolgreichen Aktion zur Förderung der deutschen Geburtenrate. Mehr als 80 junge Mütter wurden in «Harald Schmidt – spezial» am vergangenen Samstag mit WM-Karten beschenkt, weil sie nach einem Aufruf des Meisters innerhalb einer vorgegebenen Frist schwanger geworden waren. Kleines, aber wichtiges Detail am Rande: Die Damen mussten Akademikerinnen sein.

Stichwort von der Spätgebärenden

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Das schienen die Frauen hinreichend plausibel nachgewiesen zu haben, denn in der Sendung selbst reichte ein Babybild aus, um den eigenen Anspruch zu untermauern. Und so standen sie dann da, die - tatsächlich, es ist kein Vorurteil - offenbar reichlich Spätgebärenden der deutschen Geisteselite und ließen sich die 216 Tickets von - Achtung, Ironie - knackigen Hostessen zuteilen. Dass die jungen Mütter dabei vor allem zu Stichwortgeberinnen für den Gastgeber mutierten, war bei dem Format und der knappen Sendezeit wohl nicht zu vermeiden.

Babys quälen...

Seht her, ein Schmidt-Baby
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Einmal in Fahrt gekommen, leistete der vierfache Vater jedoch gründlich Aufklärungsarbeit bei den jungen Müttern. Neben wertvollen (und ganz nebenbei, korrekten) Tipps wie «Nicht pudern, das scheuert nur!» und der Warnung vor übertriebenem Babyartikel-Konsum (Windeleimer sind Mist, die Plastiktüte reicht) erwies sich Schmidt dabei auch als Kenner von berühmt-berüchtigten Werken à la «Jedes Kind kann schlafen lernen».

Schmidts Vulgärversion des Bestsellers - eindrucksvoll energisch mit Babypuppe präsentiert - ließ bei einigen der Frauen allerdings die Gesichtszüge entgleisen: «Hinlegen, Licht aus und einmal um den Block fahren. Bloß nicht wieder reingehen!» Menschen (und Akademiker) mit eigenen Kindern dürften sich spätestens hier prächtig amüsiert haben. Aber möglicherweise sind unter Schmidts Fans die kinderlosen Singles in der Mehrheit - die Zuschauerzahl (1,8 Millionen, Marktanteil von 8,5 Prozent) jedenfalls dürfte hinter den Erwartungen der ARD zurückgeblieben sein. Oder lag es einfach nur an der frühen Sendezeit (18:45 Uhr)? Merkt auf, ihr kinderlosen Programmplaner: Schließlich müssen da die lieben Kleinen entweder verköstigt, bespielt oder schlicht und ergreifend ins Bett gebracht werden.(nz)

 
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