25.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Eva Herman
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TV-Moderatorin Eva Herman provoziert in der Debatte um fallende Geburtenraten: «Entweiblichte» Feministinnen und «suizidale» Karrierefrauen verstießen einfach gegen die Schöpfung, sagt sie.
Mit einem Buch übers Stillen hat sich «Tagesschau»-Sprecherin Eva Herman bereits kräftig in die Debatte um die richtige Erziehung von Kindern eingemischt. Ihr Plädoyer für die Mutterbrust auch für größere Kinder kam so manchem Rezensenten dabei etwas überzogen vor, doch scheinbar hat sich die 47-Jährige da noch zurückgehalten. In einem bewusst provokant gehaltenen Beitrag für das Magazin «Cicero» macht die Moderatorin nun den Feminismus dafür verantwortlich, dass die Deutschen angeblich auszusterben drohen. In dem drei Seiten langen Beitrag heißt es etwa, dass die Emanzipation die Frauen zwischen widersprüchlichen Rollenanforderungen zerrieben habe.
Fehlende BemutterungDabei kritisiert sie «Selbstüberschätzung und unreflektierte Emanzipationsgläubigkeit» der Frauen. «Die Frau von heute ist im Stechschritt unterwegs», schreibt die dreifach geschiedene Mutter eines Sohns. «Weder in der Karriere noch in der Küche ist die Frau voll handlungsfähig», meint sie. Partner und Kind kämen ebenfalls zu kurz. «Wegen fehlender Bemutterung» würden bei fast der Hälfte aller Kinder in Deutschland in vorschulischen Untersuchungen deutliche Defizite wie motorische oder sprachliche Störungen festgestellt.
Am ernüchterndsten sei aber: «Die Frauen, die vor knapp einem halben Jahrhundert entschlossen und hoffnungsvoll dem Ruf der Emanzen und Feministinnen auf dem Weg nach weiblichem Erfolg folgten, sind im beruflichen Kampf gegen die Männer am Ende ihrer Kräfte und Ressourcen angelangt», schreibt Herman. «Sie sind ausgelaugt, müde und haben wegen ihrer permanenten Überforderung nicht selten suizidale Fantasien.» Sie frage sich seit Jahren, ob berufstätige Frauen wirklich das Recht auf unbegrenzte Selbstverwirklichung hätten oder ob die Emanzipation nicht ein fataler Irrtum gewesen sei.
Weiblicher WahnEva Herman ist offenbar dieser Meinung: «Seit einigen Jahrzehnten verstoßen wir Frauen zunehmend gegen jene Gesetze, die das Überleben unserer menschlichen Spezies einst gesichert haben.» So genannte Vorzeigefrauen sollten sich auf den Prüfstand stellen und sich fragen lassen, welche Ziele sie eigentlich leiten, meint die 47-Jährige. «Die ehrliche Antwort wäre: «Es sind Selbstgefälligkeit und Eitelkeit», kritisiert Herman.
«Wir Frauen sind dem Wahn verfallen, uns beweisen zu müssen, dass wir zu allem fähig sind.» Dieser Zwang führe unweigerlich in die «Entweiblichung» der Frau und die «Entmännlichung der Herrenwelt», schreibt sie. Die Männer «zucken nur noch verständnislos mit ihren breiten Schultern, an die wir uns so gern lehnen möchten». Die Frauen würden von materiellem Druck zum Geldverdienen getrieben und vergeudeten dabei ihre «wunderbaren Kräfte», schreibt Herman weiter. «Wer einmal den Wert häuslichen Friedens in Harmonie und Wärme kennen lernen durfte, einen Ort, der Sicherheit, Glück und Seelenfrieden gibt, weiß, wovon die Rede ist.»
Arbeit nur in MaßenDie Anführerinnen der Emanzipation hätten schon damals nicht gewusst, «was das Glück bedeutet, ein Baby zu bekommen, einen liebenden Mann an der Seite zu haben und ... etwas zu erschaffen, was man den Familiensegen nennt», kritisiert Herman. «Es ist die Frau, die in der Wahrnehmung ihres Schöpfungsauftrags die Familie zusammenhalten kann.» Das solle aber nicht heißen, dass sich die weibliche Existenz ausschließlich darauf stütze, erklärt Herman. «Es ist selbstverständlich, dass Frauen etwas lernen, dass sie sich weiterbilden und Aufgaben auch außerhalb der Familie übernehmen, wenn sie das Talent dafür haben. Doch all das sollte in Maßen geschehen.»(nz)