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Brigitte Bardot contra Kanadas Regierung

23. Mrz 2006 16:57
Tierschützerin Brigitte Bardot vor dem Schock-Plakat
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Ex-Schauspielerin Brigitte Bardot kämpft erneut gegen die Robbenjagd. Neben einem «Gerichtshof für Tiere» soll eine Plakatkampagne schockieren.

Kanada hat für die nächsten vier Jahre die Robbenjagd wieder freigegeben. Allein in diesem Jahr dürfen 325.000 Tiere getötet werden. Dies rief weltweit Tierschützer auf den Plan, unter anderem auch die 71-jährige Schauspielerin Brigitte Bardot.

Die Bardot sorgte schon in den 70ern mit einer ungewöhnlichen Arktis-Tournee zum Schutz der Robbenbabys für Aufregung. Schlagzeilen machte sie damals, als sie - auf Packeis stehend und ein Robbenbaby im Arm haltend - ausrief: «Canadiens, assassiens!» (Kanadier, Mörder!). Aber auch mit ihrer derzeitigen Kampagne macht die einstige Film-Schönheit Schlagzeilen: Sie verantwortet etwa ein viel diskutiertes Plakat, auf dem eine Robbe ein Baby mit einem Knüppel blutig schlägt.

Gerichtshof für Tiere

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Als nun die kanadische Regierung, trotz massiver Proteste von Tierschützern aus aller Welt, für 2003 bis 2005 die Robben zur Jagd wieder freigab, startete die Bardot eine neue Stufe der Kampagne. Zusammen mit dem Schweizer Umweltschützer Franz Weber berief sie im Dezember 2005 den «Internationaler Gerichtshof für Tiere» ein. Bei den in Genf abgehaltenen Verhandlungen trat die Tierschützerin als Hauptklägerin auf. Trotz eines Schuldspruchs der kanadischen Behörden konnte der Robbenmord nicht aufgehalten werden, da der Gerichtshof hier nur eine moralische Instanz darstellte und keine juristischen Kompetenzen besaß.

Keine Annäherung

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Ein Treffen zwischen den Parteien lehnten der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper und die Fischereiminister Loyola Hearn ab. Hearn erklärte, dass die Seehundpopulation gesund und auf fast sechs Millionen Tiere gestiegen sei. Daher habe man sich dieses Jahr auch entschieden, 5000 Jungtiere mehr als im vergangenen Jahr zur Jagd freizugeben.

Auf einer Pressekonferenz argumentierte die Französin nun: «Es ist unglaublich, dass so schreckliche Dinge immer noch in einem Land wie Kanada passieren, einem Land, das man kaum als unentwickelt bezeichnen kann. Wir leben nicht mehr in Höhlen.» Die Ex-Schauspielerin ist nicht die einzige Tierschutz-Aktivistin, die den Kanadiern Probleme macht: Erst vor zwei Wochen reisten Paul McCartney und Ehefrau Heather Mills an, um im Golf von St. Lawrence mit Robben zu posieren. (nz)

 
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