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Bruno Jonas: Hüsch baute «Weltgebäude»

06. Dez 2005 13:10
Hanns Dieter Hüsch
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Kollegen und Freunde trauern um den verstorbenen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch - und geben letzte Empfehlungen aus seinem Werk.

«Wir sind alle sehr traurig. Der Mann an der Orgel ist tot«, so Kabarettist Bruno Jonas über den verstorbenen Hanns Dieter Hüsch. »Mit seinen sehr einfachen Akkorden konnte er sehr unterhaltsam große philosophische Weltgebäude bauen», so Jonas weiter und empfahl noch einmal dessen Lied: «Der Abend sitzt schon auf Deinem Haus». «Dieses Lied sollte man sich anhören, nachdem er gegangen ist.»

Kay S. Lorenz, Chef des Düsseldorfer Kabaretts «Kom(m)ödchen», wo Hüsch oft aufgetreten war, sagte, es sei «einer der großen Dinosaurier des Szene» von der Bühne abgetreten.

«Er wird mir fehlen»

Dieter Hildebrandt («Scheibenwischer») würdigte den Verstorbenen als einen Moralisten reinster Prägung. Hüsch habe eine nahezu geniale Begabung gehabt, sagte Hildebrandt im WDR-Rundfunk. Zu den Programmen Hüschs sagte er: «Es war Hüsch-Kabarett, etwas ganz Eigenes.» «Er selbst wird mir vor allem fehlen. Wir hatten Spaß aneinander und miteinander», sagte Hildebrandt.

Mehr in der Netzeitung:
  • Hanns Dieter Hüsch ist tot 06. Dez 2005 11:33, ergänzt 11:53
  • Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) würdigte den im Alter von 80 Jahren gestorbenen Kleinkünstler als «großen Humanisten».

    Hüsch habe sich in seinem Künstlerleben «mit scharfer Zunge, großer Menschenkenntnis und hintergründigem Humor mit dem Zeitgeist und den menschlichen Freuden und Leiden auseinander gesetzt», sagte Rüttgers. Sein Tod bedeute einen großen Verlust für Kultur, Kunst und Brauchtum. «Seine Worte und seine Musik werden uns fehlen.»

    «Zutiefst menschlich»

    Der Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Fritz Pleitgen, nannte Hüsch einen «unbeirrbaren Humanisten». «Hanns Dieter Hüsch ließ sich bei aller Klarheit seiner Aussagen nicht politisch vereinnahmen», sagte der WDR-Intendant. «In seinen Analysen nahm er klar Stellung, blieb dabei aber zutiefst menschlich.» Seiner niederrheinischen Heimat sei er ein Leben lang treu geblieben. «Dabei plädierte er für Weltoffenheit und Toleranz und trat entschieden gegen jede Form des Machtmissbrauchs, gegen Rechtsradikalismus und Kriegsgefahr ein», sagte er.

    Der Künstler, der Lungenkrebs hatte und vor fünf Jahren einen Schlaganfall erlitt, war in der Nacht auf Dienstag gestorben. Er hatte zurückgezogen in seinem Haus bei Köln gelebt. (nz)


     
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