«Giganten unserer Zeit» ehren Bob Geldof
24.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Bob Geldof und Michail Gorbatschow
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Am Donnerstag hat die Gorbatschow-Stiftung in Rom Bob Geldof für sein Engagement für Afrika ausgezeichnet. In seiner Dankesrede nahm der Musiker wie gewohnt kein Blatt vor den Mund.
Ein Mann für den Frieden: Der irische Rockstar und «Live-8»-Organisator Bob Geldof ist am Donnerstag in Rom mit dem so genannten «Man for Peace Award» der Gorbatschow-Stiftung ausgezeichnet worden. Er erhalte den Preis für seinen seit zwanzig Jahren dauernden Einsatz für Afrika und besonders für seine unermüdliche Arbeit in den vergangenen zwölf Monaten, begründete die Stiftung, der zahlreiche Friedensnobelpreisträger angehören, die Ehrung.
Im dunklen Nadelstreifenanzug war der 54-Jährige mit seiner Familie samt Schwiegermutter und Tochter in die Ewige Stadt gereist. Er wolle das Treffen der Friedensnobelpreisträger nutzen, um mit diesen «Giganten unserer Zeit» das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Armut zu diskutieren, erklärte Geldof.
Mit erhobenem Zeigefinger Neben dem ehemaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow, der dem Sänger den Preis überreichte, waren unter anderem auch der frühere polnische Solidarnosc-Gewerkschaftsführer Lech Walesa und die Menschenrechtsaktivistin Rigoberta Menchu aus Guatemala angereist.
Auch Bob Geldofs Freund und Kollege Sting wollte den feierlichen Moment der Ehrung im Rathaus auf dem Kapitolshügel nicht verpassen und platzierte sich in der ersten Reihe. Und Geldof nutzte die Gelegenheit, um erneut leidenschaftlich und mit erhobenem Zeigefinger die Großen der Welt zur Hilfe beim Kampf gegen die Armut Afrikas zu ermahnen.
Mit eindrucksvollen Zahlen wetterte er gegen Geldverschwendung des britischen Königshauses und den Geiz der italienischen Regierung - das in Sachen Afrika-Hilfe «am wenigsten großzügige Land Europas». Eine Kuh in Europa bekomme täglich mehr an Subventionen als ein Arbeiter in Afrika an einem Tag verdiene, rechnete er vor. Mehr als einmal brandete im Publikum Beifall für Geldofs dreißigminütige Rede auf.
Der Preis wird seit 1999 von der Stiftung des ehemaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow und weiteren Friedensnobelpreisträgern in Rom an Künstler verliehen, die sich um Frieden, Menschenrechte und Solidarität verdient gemacht haben. Frühere Preisträger waren der italienische Schauspieler Roberto Benigni und der britische Sänger Cat Stevens.
Ehrung des Europarats Am Dienstag erst war der 54-Jährige vom Europarat wegen seines Einsatzes im Kampf gegen den Hunger in der Dritten Welt ausgezeichnet worden. In einer Zeremonie im portugiesischen Parlament wurde ihm der angesehene Nord-Süd-Preis der Organisation überreicht. Geldof teilte sich die Auszeichnung nach Presseberichten mit der äthiopischen Frauenrechtlerin Bogaletch Gebre. Der Nord Süd-Preis wird seit 1995 jährlich vom Europarat vergeben.
Geldof hatte Wohltätigkeitskonzerte für Afrika organisiert und sich für einen Schuldenerlass für die Dritte Welt eingesetzt. Bei der Preisübergabe in Lissabon rief er Portugal auf, als frühere Kolonialmacht seiner Verantwortung gerecht zu werden und sich stärker für den Kampf gegen die Armut in Afrika zu engagieren. (nz)