24.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Heirat von Onassis-Enkelin empört Griechen
Schon seit längerem sehen die griechischen Medien Athina Onassis auf Abwegen. Nun hat die Milliarden-Erbin mit der Einladung zu ihrer anstehenden Hochzeit die Presse in ihrer Heimat richtig verärgert.
Die bevorstehende Hochzeit von Athina Onassis-Roussel, der Enkelin des legendären griechischen Tycoons Aristoteles Onassis, hat am Mittwoch in Griechenland für bittere Schlagzeilen gesorgt. «Athina respektiert nicht die Geschichte ihres Familiennamens», titelte die Boulevardzeitung «Espresso». Wie die Zeitung berichtet, hat Athina, die am 3. Dezember in Sao Paolo den Brasilianer Alvaro Alfonso de Miranda Neto, heiraten will, auf den Einladungen zu dem großen Fest nicht ihren vollen Namen benutzt, sondern sich nur Athina Roussel genannt.
«Die Einladung der Schande», meinte das Boulevardblatt. Athina Onassis-Roussel habe den Namen vergessen, dem sie alles in ihrem Leben zu verdanken habe. «Sie hat den Namen einfach weggestrichen, als ob sie einen Schlussstrich unter alles ziehen will, was sie an ihre Herkunft erinnert.» Und es kam noch härter, berichtete «Espresso»: Die Eheschließung soll nicht ein griechisch- orthodoxer Priester, sondern ein libanesisch-orthodoxer Geistlicher vollziehen.
Schicksalsschläge und falsche Lieben Athina, die seit zwei Jahren mit dem Reitsportler zusammenlebt, ist Alleinerbin des riesigen Onassis-Vermögens. Die Griechen betrachten das Vermögen, das auf sechs Milliarden Euro geschätzt wird, als eine Art Nationalbesitz und wollen nicht, dass es in andere als griechische Hände gerät. Viele fürchten, dass die 20-Jährige, die bei ihrem Vater Thierry Roussel in Frankreich aufwuchs, die Verbindung zu ihrem Heimatland abreißen lassen könnte.
Griechische Journalisten beobachten zudem mit gespannter Anteilnahme, ob bei Athina der «Fluch der Familie Onassis» seine Fortsetzung findet. Denn alles Geld des Tycoons Aristoteles Onassis konnte die Familie nicht vor immer neuen Schicksalsschlägen bewahren. Sein Sohn Alexander verunglückte 1967 tödlich mit einem kleinen Flugzeug in Athen. Vater Aristoteles habe sich nie von dieser Tragödie erholt. Er wurde «ein anderer Mensch, ein verschlossener Mensch», berichtete die griechische Presse. Er heiratete 1968 die Witwe des US-Präsidenten John F. Kennedy, Jacqueline, und starb 1975.
Verhängnisvoller Kurs Seine Tochter, die Mutter von Athina, Christina (Tina) Onassis, habe nie die wahre Liebe gefunden, heißt es immer wieder. Sie heiratete vier Mal. Doch alle ihre Männer seien nur hinter ihrem Geld her gewesen, wollen die Onassis Experten wissen. Tina Onassis litt nach griechischen Medienberichten unter schweren Depressionen und starb schließlich 1988 unter mysteriösen Umständen in Argentinien.
Ihre Tochter Athina spricht kaum Griechisch und besucht die Heimat ihrer Familie nur selten. Griechische Medien sehen sie deshalb ebenfalls auf einem verhängnisvollen Kurs. «Es scheint so zu sein, dass nichts mehr dies abwenden kann», meinte das Boulevardblatt «Espresso» verbittert weiter. (nz)