17. Nov 2005 11:38, ergänzt 29. Nov 2005 10:19
Zweifelhafte Ehre für Harald Schmidt: Die «Pro Köln»-Fraktion im Kölner Stadtrat will ihn zum Ehrenbürger machen. Allerdings ist die Fraktion alles andere als unumstritten.
Begründet wird die Ehrung von den Initiatoren etwa mit Schmidts Rolle als «Botschafter rheinischen Frohsinns», der die Stadt durch sein TV-Engagement überall bekannt mache. Allerdings weiß man nicht, ob der Entertainer so glücklich ist über die Ehre, die ihm da widerfahren soll: «Pro Köln» ist mit fünf Abgeordneten im Rat der Stadt Köln vertreten und versucht, sich als bürgerlich-konservative und wertkonservative Alternative zu den etablierten Parteien zu profilieren.
Das Personal der Gruppe ist jedoch teilweise weniger staatstragend: Mitgründer und Fraktionsgeschäftsführer Manfred Rouhs zum Beispiel saß bis 1994 für die Deutsche Liga für Volk und Heimat im Rat, ebenso wie der Pro-Köln-Vorsitzende Markus Beisicht. Im Rat kämpft «Pro Köln» unter anderem gegen Moschee-Projekte und startete nach dem Weltjugendtag eine Rats-Anfrage, wie viele Personen im Zusammenhang mit der Veranstaltung Asyl beantragt hätten.
Verwiesen wird bei dem Pro-Schmidt-Antrag auch darauf, dass in den vergangenen Jahren so manch anderer die Ehrenbürgerwürde verliehen bekam, der dies nach Meinung von «Fraktion pro Köln» nicht unbedingt verdient hat. Namentlich genannt werden Ex-Oberbürgermeister Norbert Burger und Verleger Alfred Neven DuMont. (nz)