netzeitung.deDSDS: Auf der Suche nach Küblbock 2

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Juroren: Heinz Henn, Sylvia Kollek und Dieter Bohlen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Juroren: Heinz Henn, Sylvia Kollek und Dieter Bohlen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zwar soll diesmal alles anders sein, doch ist Dieter Bohlen immer noch da. Am Mittwoch startet die dritte Staffel von «Deutschland sucht den Superstar».

Von Carsten Rave

Genau 14.072 junge Leute hatten in den vergangenen Wochen einen Traum, von dem ihre Vorgänger bereits vor zwei und drei Jahren träumten: Sie alle waren beseelt von dem Gedanken, als Popstar die Bühnen der Welt zu erobern und natürlich auch viel Geld zu verdienen. Nach zwei Jahren Pause schickt sich der Privatsender RTL an, ab diesem Mittwoch die dritte Staffel des Casting-Wettbewerbs «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) auszustrahlen. Die Erwartungen sind hoch, bei den Möchte-gern-Stars und bei RTL sowie bei seinen Gesellschaftern.

Für die meisten ist der Traum von der großen Karriere allerdings schon vor der ersten Sendung jäh zu Ende gegangen. Nur 120 Frauen und Männer haben den Sprung in die Endrunden geschafft. Mitte Dezember werden aus den 120 weitere 60 herausgefiltert, und zum Jahreswechsel sind dann noch zehn übrig, die bis zum Show-Ende im März nach bewährtem Muster in acht so genannten Motto-Shows gegeneinander antreten werden, bis nur noch zwei übrig sind. Die machen schließlich im Finale den Sieger unter sich aus und der oder die tritt die Nachfolge von Alexander Klaws aus Sendenhorst und Elli Erl aus Regensburg an.

«DSDS ist eines unserer wichtigsten Projekte», sagt RTL- Unterhaltungschef Tom Sänger. «Es ist die längste Showstrecke, die wir im Programm haben.» Sie hat damit auch Auswirkung auf den Gesamtmarktanteil. Die hierfür entscheidende Vorgabe hat die neue Geschäftsführerin, Anke Schäferkordt, bereits gemacht: Jede Sendung muss einen Marktanteil von 17 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer erzielen, damit sie die Chance auf eine Fortsetzung hat. Die erste Staffel, in der Klaws gewann, hatte in der Endrunde beeindruckende Quoten von mehr als 40 Prozent, die zweite Staffel lag schon deutlich darunter.

100 Millionen Euro
Auch der Bertelsmann-Konzern hofft, an alte Erfolge anknüpfen zu können. Branchenschätzungen zufolge verdienten RTL und die Dachgesellschaft mit Werbeeinnahmen, Telefonvoting und CD-Umsätzen rund 100 Millionen Euro. Das Geschäftsmodell war für RTL innovativ, denn erstmals beteiligte sich der Sender auch an Musikumsätzen: Die leidende Plattenindustrie musste sich des Mediums Fernsehen bedienen, um den freien Fall zu stoppen. Mit einer gelungenen Performance von DSDS hat RTL auch die Chance, die Talsohle der Werbeeinnahmen zu durchschreiten und wieder die Funktion der Konjunkturlokomotive in der Landschaft der elektronischen Medien zu übernehmen.

RTL hat, wie Sänger angekündigt, an dem zuletzt langatmigen Format gefeilt. Zunächst gibt es Szenen der Castings in verschiedenen Städten wie Erfurt, Wuppertal oder München zu sehen. Der Mittelteil werde gestrafft, so dass die Zuschauer möglichst schnell in Richtung Endrunde geführt würden. Auch personell hat sich eine Menge bewegt: Dieter Bohlen sitzt zwar noch in der Jury und klopft seine bekannten Sprüche, neu sind die Musik-Experten Sylvia Kollek und Heinz Henn, ausgeschieden sind Thomas M. Stein, Thomas Bug und Shona Fraser. Michelle Hunziker und Carsten Spengemann werden auch nicht mehr moderieren. Diesen Part übernehmen die Holländerin Tooske Ragas und ZDF-Neuzugang Marco Schreyl.

Gurkenlaster-Ruhm
Was aus den Kandidaten anschließend wird, ist nicht vorhersagbar. Der erste Sieger, Alexander Klaws, ist weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden, bereitet allerdings ein neues Album vor. Die zweite Siegerin, Elli Erl, wollte nicht mit Produzent Bohlen zusammen arbeiten und zog sich in ihre Heimat zurück - keine Chance auf die schnelle Million. Der schillernde Daniel Küblböck musste sich von der Plattenfirma BMG verabschieden, landete mit dem Film «Daniel - Der Zauberer» keinen Erfolg und blieb meist durch seinen Unfall mit dem Gurkenlaster im Gespräch. Die begabte Juliette Schoppmann aus Stade blieb dem Musical treu, Daniel Lopes singt in Düsseldorf.

Ein zweites Schicksal Elli Erl wird es bei RTL übrigens nicht geben: Bohlen wird dieses Mal nicht den Siegersong schreiben. Offizielle Begründung: Er soll nicht in Interessenkonflikt mit seiner Tätigkeit als Juror geraten. (dpa)