DSDS: Auf der Suche nach Küblbock 2
14.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Genau 14.072 junge Leute hatten in den vergangenen Wochen einen Traum, von dem ihre Vorgänger bereits vor zwei und drei Jahren träumten: Sie alle waren beseelt von dem Gedanken, als Popstar die Bühnen der Welt zu erobern und natürlich auch viel Geld zu verdienen. Nach zwei Jahren Pause schickt sich der Privatsender RTL an, ab diesem Mittwoch die dritte Staffel des Casting-Wettbewerbs «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) auszustrahlen. Die Erwartungen sind hoch, bei den Möchte-gern-Stars und bei RTL sowie bei seinen Gesellschaftern.
«DSDS ist eines unserer wichtigsten Projekte», sagt RTL- Unterhaltungschef Tom Sänger. «Es ist die längste Showstrecke, die wir im Programm haben.» Sie hat damit auch Auswirkung auf den Gesamtmarktanteil. Die hierfür entscheidende Vorgabe hat die neue Geschäftsführerin, Anke Schäferkordt, bereits gemacht: Jede Sendung muss einen Marktanteil von 17 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer erzielen, damit sie die Chance auf eine Fortsetzung hat. Die erste Staffel, in der Klaws gewann, hatte in der Endrunde beeindruckende Quoten von mehr als 40 Prozent, die zweite Staffel lag schon deutlich darunter.
RTL hat, wie Sänger angekündigt, an dem zuletzt langatmigen Format gefeilt. Zunächst gibt es Szenen der Castings in verschiedenen Städten wie Erfurt, Wuppertal oder München zu sehen. Der Mittelteil werde gestrafft, so dass die Zuschauer möglichst schnell in Richtung Endrunde geführt würden. Auch personell hat sich eine Menge bewegt: Dieter Bohlen sitzt zwar noch in der Jury und klopft seine bekannten Sprüche, neu sind die Musik-Experten Sylvia Kollek und Heinz Henn, ausgeschieden sind Thomas M. Stein, Thomas Bug und Shona Fraser. Michelle Hunziker und Carsten Spengemann werden auch nicht mehr moderieren. Diesen Part übernehmen die Holländerin Tooske Ragas und ZDF-Neuzugang Marco Schreyl.
Ein zweites Schicksal Elli Erl wird es bei RTL übrigens nicht geben: Bohlen wird dieses Mal nicht den Siegersong schreiben. Offizielle Begründung: Er soll nicht in Interessenkonflikt mit seiner Tätigkeit als Juror geraten. (dpa)

