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Lupe Madonna, Scientology und die Nazis

Madonna ergreift Partei für Tom Cruise und verteidigt sehr eindringlich ihr Engagement in der Kabbalah-Sekte. Gegen die wird derweil in Israel ermittelt.

Es wäre weniger umstritten, «wenn ich der Nazi-Partei beigetreten wäre», sagt Madonna und meint damit die anhaltende Kritik an ihrer intensiven Beschäftigung mit der Kabbalah-Sekte. Dass sie einen Nazi-Vergleich bemüht, hat in der Verteidigung solcher Organisationen übrigens schon Tradition: Anhänger von Scientology schimpften einst, sie würden behandelt wie die Juden von den Nazis.

Und mit Scientology scheint Madonna auch kein Problem zu haben: Man solle - den mitunter aggressiv auftretenden Scientologen - Tom Cruise in Ruhe lasse, so die Sängerin. Der Schauspieler sei glücklich mit seiner Religion, und das solle die Presse respektieren. «Ich finde es sehr seltsam, dass [Scientology] die Leute so verstört. Es tut doch niemandem weh«, lässt sich Madonna von den «New York Daily News» zitieren.

«Wenn es Tom Cruise glücklich macht, kann er auch Schildkröten anbeten, das wäre mir egal. Und so sollte es jeder sehen.»

Ihre eigene Religion betreffend ärgerte sich der Achtziger-Jahre-Star über die Bezeichnung «Sekte». «Wir gehören alle einer Sekte an. In dieser Sekte sollen wir keine Fragen stellen. Und wenn wir sie trotzdem stellen, bekommen wir keine ehrlichen Antworten. Die Welt verehrt den Star-Kult. Das ist das Ironische daran.»

Kabbalah-Guru verhaftet
Während Madonna Sekten aller Art verteidigte, wurde derweil in Israel ein Priester der Kabbalah-Sekte verhaftet, der Madonna im vergangenen Jahr nach Israel eingeladen hatte. Ihm wird vorgeworfen, eine mittlerweile an ihrer Krebserkrankung gestorbene Frau und deren Mann um insgesamt 55.000 Dollar gebracht zu haben.

Wie die israelische Zeitung «Haaretz» berichtet, hatte das Paar Shaul Youdkevitch, Leiter des Kabbalah-Centers Israel, um Hilfe für die totkranke Frau gebeten. Der habe daraufhin gesagt, sie sollten eine «schmerzhafte» Summe Geld spenden, dann würden die Mitglieder der Sekte für sie beten. Als die Krankheit sich trotz der Zahlung von 30.000 Dollar nicht besserte, habe Youdkevitch für weitere Unterstützung noch mal 25.000 Dollar gefordert. Das Paar lieh sich das Geld von Verwandten und Freunden. Doch starb die Frau trotzdem im vergangenen August.

Die Polizei ermittelt gegen Youdkevitch und weitere Mitglieder des Kabbalah-Centers wegen Betrugs. (nz)