netzeitung.deSteve McQueen: Leben am Anschlag

 Herausgeber: netzeitung.de

Steve McQueen (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Steve McQueen
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Steve McQueen galt als die personifizierte Coolness. Vor 25 Jahren erlag der gerademal 50-jährige Schauspieler einer Krebserkrankung.

Von Wolfgang Hübner

Gerade mal 50 Jahre alt war Steve McQueen, als er am 7. November 1980 an einer schweren Krebserkrankung starb. Doch ist der Held aus Filmen wie «Bullitt» und «The Getaway», der vielen als der «coolste Schauspieler der sechziger und siebziger Jahre» gilt, sehr lebendig in Erinnerung geblieben.

McQueen war keineswegs ein begnadeter Schauspieler, aber er war ein unverwechselbarer Typ auf der Leinwand, ein harter, unsentimentaler Draufgänger, den die Frauen begehrten und die Männer bewunderten.

«Es gibt 'ne Menge Sachen, die ich einfach nicht spielen kann, und deshalb muss ich mir Figuren und Situationen aussuchen, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie zu mir passen», fasste er selbst sein Talent zusammen. Weil er seine Grenzen kannte und meist die für ihn geeigneten Rollen bekam, wurde McQueen einer der bestbezahlten und populärsten Hollywood-Stars seiner Zeit.

Den internationalen Durchbruch schaffte der blonde Mann 1960 in dem Western «Die glorreichen Sieben» an der Seite von Stars wie Yul Brynner, Charles Bronson und Horst Buchholz. In den folgenden Filmen profilierte sich McQueen erfolgreich als skeptischer Antiheld, der in jeder Rolle dem Publikum glaubwürdig erschien, ob als Spieler, Edelganove oder als Polizist.

Zur Schauspielerei war der vaterlos aufgewachsene Sohn einer in ärmlichen Verhältnissen lebenden Mutter auf Nebenwegen gekommen. Nach dem Miltärdienst bei der Marine kam der 20-Jährige nach New York, wo er sich in verschiedenen Jobs durchzuschlagen versuchte. Die Beziehung zu einer jungen Engländerin brachte ihn in Kontakt mit einer Schauspielschule, an der er sofort angenommen wurde.
Die Leidenschaft für schnelle Motoren
Zeitzeugen beschreiben, dass McQueen bereits in jungen Jahren viel Energie ausstrahlte. Er galt als fast unschlagbarer Poker-Spieler und war damals bereits begeisterter Fan von schnellen Motoren. Und er sammelte erste Bühnenerfahrungen.

«Fürs Theater habe ich absolut nichts übrig», hat er allerdings bekannt, als er schon Filmruhm geerntet hatte. Erstmals vor der Kamera stand McQueen 1956 in dem Boxerdrama «Eine Hand voll Dreck» mit Paul Newman in der Hauptrolle. In diesem Film spielte er nur eine Randfigur. Doch in der 1958 gestarteten TV-Serie «Wanted - Dead or Alive» wurde der Schauspieler als Kopfgeldjäger dem amerikanischen Publikum ein vertrautes Gesicht.

Wagenrennen lieber als Frauen
Damals war er schon mit seiner ersten Frau Neile Adams verheiratet. Aus dieser 1972 geschiedenen Ehe stammten eine bereits verstorbene Tochter und ein Sohn, der ebenfalls Schauspieler wurde. Vier Jahre war McQueen mit Ali MacGraw verheiratet, zuletzt noch mit dem viel jüngeren Model Barbara Mitty.

Seine wahre Leidenschaft gehörte allerdings weniger den Frauen als der lebenslangen Rennbegeisterung: Ob auf dem Motorrad oder im Rennwagen: McQueen suchte das Risiko und genoss es - oft genug zur Verzweiflung seiner Produzenten. Aber die konnten sich dafür darauf verlassen, dass ihr Star für seine Millionengagen stets bereit war, auch die gefährlichsten Stunts selbst zu wagen. (AP)