netzeitung.deZweifel an Gottschalks blinder Wettkönigin

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Gaby Simon und Thomas Gottschalk (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gaby Simon und Thomas Gottschalk
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Kandidatin Gaby Simon ertastete bei «Wetten, dass...?» angeblich anhand des Stoffs die Farben von Kleidern. Fachleute sind skeptisch - zumal in der Sendung früher schon ganz ähnlich gemogelt worden war. Bilderschau: "Wetten, dass...?" aus Dresden

«Ich fühle die Farben durch die Fingerkuppen. Helle Farben sind weicher, dunkle härter», so Wettkandidatin Gaby Simon. Für die Leistung, als Blinde Kleidungsstücke farblich einzuordnen, wurde sie am vergangenen Samstag beim ZDF zur «Wettkönigin» gekrönt. Dass dieses Kunststück wirklich möglich ist, bezweifelte allerdings nicht nur so mancher Zuschauer (12,34 Millionen schauten diesmal «Wetten, dass...?» mit Thomas Gottschalk), sondern nun auch ein Vorstandsmitglied des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten.
Blindenausweis kontrolliert
«Dummes Zeug! Da hat sich Thomas Gottschalk an der Nase herumführen lassen. Farben kann man nur sehen und nicht ertasten. Es gibt auch keine verschiedenen Härtegrade», so Hans Peter Brass in der «Bild»-Zeitung. Dabei hatte die 48-Jährige aus Niedersachsen auch eine zusätzliche Augenbinde, als sie ihre Wette einging.

Fröhlich lachend ertastete sie zudem Gottschalks Konterfei samt langer Nase und stufte sein Profil als «nicht schlecht» ein. Der hatte, so versicherte der Entertainer der «Bild», vor der Show, die diesmal aus Dresden kam, den Blindenausweis seiner Kandidatin «genau studiert» und offenbar keinen Grund zur Beanstandung gefunden.

Sollten sich die Vorwürfe als wahr erweisen, so wäre es mindestens der zweite Fall, in dem bei «Wetten dass...?» gemogelt wurde: Schon am 3. September 1988 hatte Thomas Gottschalk das Vergnügen mit einem Mann gehabt, der behauptete, die Farbe von Buntstiften am Geschmack erkennen zu können. Allerdings outete sich der Kandidat nach erfolgreich absolvierter Wette als «Titanic»-Redakteur Bernd Fritz - er hatte seine undurchsichtige Brille schlicht ein wenig verschoben und konnte unter dem Rand hindurchblinzeln. (nz)