29.09.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Angela Merkel und ihre Unterstützerin Jenny Elvers-Elbertzhagen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die einen wollen Angela Merkel unbedingt als Kanzlerin, die anderen bemängeln nur den Umgang mit ihr: Prominente, Frauenrechtler und Intellektuelle haben zwei teils erstaunliche Appelle veröffentlicht.
Zwei Initiativen besorgter Bürger(innen) haben sich den Koalitionspoker in Berlin eingeschaltet, beide haben vor allem ein Ziel im Visier: Mit CDU-Kandidatin Angela Merkel soll eine Frau ins Kanzleramt. Die einen, eine Gruppe prominenter Frauen rund um Filmproduzentin Regina Ziegler, begründet dies auch mit dem «unwürdigen und undemokratische Auftreten von Gerhard Schröder nach der Bundestagswahl», wie es in ihrer Presseerklärung vom Donnerstag heißt.
Scharpings Frau für die CDURund 130 Frauen - darunter Christina Gräfin Pilati, Ehefrau von Rudolf Scharping, «Bunte»-Chefin Patricia Riekel, Sängerin Vicky Leandros, die Schauspielerinnen Tina Ruland und Jenny Elvers-Elbertzhagen und die Modemacherin Gabriele Strehle - haben den offen Brief unterzeichnet, der am morgigen Freitag unter dem Motto «Angela Merkel muss Kanzlerin werden» in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» als Anzeige erscheinen wird.
«Deutschland braucht jetzt Ehrlichkeit, Kraft, einen neuen Kurs und Führungsstärke. Dafür steht Angela Merkel und deswegen unterstützen wir sie», erklärte Regina Ziegler. Weiter heißt es, dass die Union die Wahlen mit einer Mehrheit von 440.000 Stimmen eindeutig gewonnen habe. Daher dürfe sie die Kanzlerkandidatin stellen. «Viele Frauen empfinden deswegen die Diskussion um den Führungsanspruch von Angela Merkel als Zumutung und kontraproduktiv für Deutschland», heißt es weiter.
Liquidierung von Frauenmacht?Auch eine andere Gruppe fordert in ihrem «Appell der 33» Fairness im Umgang mit der Unions-Kanzlerkandidatin. «Wir - Frauen wie Männer - erwarten 87 Jahre nach Erringung des Frauenstimmrechts von allen deutschen Parteien, dass sie einer potenziellen Kanzlerin mit derselben Fairness und demselben Respekt begegnen, wie einem Kanzler.» Initiatorin der Aktion ist Frauenrechtlerin Alice Schwarzer. Die Unterstützer glauben nach eigenen Angaben, dass es der SPD, die mit Gerhard Schröder nach wie vor den Kanzler stellen will, nicht um Sachfragen, sondern um «die symbolische Liquidierung des Anspruchs von Frauen auf Führung» gehe. Unterzeichnet haben der Schriftsteller Hellmuth Karasek, der Historiker Paul Nolte, der Autor Frank Schätzing, die Schauspielerin Katharina Thalbach oder Ingrid Fischbach als Präsidentin des Katholischer Frauenbunds.
«Aus welchem Grund greift die SPD in die Personalpolitik der Union ein, und warum will sie ausgerechnet die Kanzlerkandidatin stürzen?», fragen die Unterzeichner weiter. «Hat die Ablehnung einer Kanzlerin etwa mit ihrem Geschlecht zu tun?» (nz)