netzeitung.deFranka Potente: Depressiv in Hollywood

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Franka Potente (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Franka Potente
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Als einsam und todunglücklich, beschreibt Franka Potente in einem Buch ihre Zeit in Hollywood. In ihrer Not habe sie sich sogar einen Wildfremden ins Bett geholt.

Franka Potente («Lola rennt») ist aus Los Angeles wieder zurück nach Berlin gezogen. In den USA sei es ihr schlecht gegangen, offenbar so schlecht, dass die Schauspielerin ihren mentalen Zustand dieser Phase in einem Buch aufarbeiten musste. «Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals in meinem Leben so viel geweint zu haben», zitiert «Bild» aus dem 132 Seiten starken Werk «Los Angeles – Berlin. Ein Jahr», das am 26. September erscheint. «Wie ein Geist schwebte ich zwischen den Leuten umher. Ihr Lachen machte mich traurig.»

700 Dollar habe ihre erste, von Ungeziefer bevölkerte Wohnung im Monat gekostet, beschreibt Potente ihren Start in den Staaten: «Wände und Böden sind schief, die Türen schließen nicht.» Auch habe sie niemanden in Hollywood gekannt: «Man hat mich als Blanka from Russland oder einfach nur als Famke from Europe vorgestellt. Wann immer ich protestieren wollte, lächelte mein Gegenüber.»

Bei der Bezahlung ihres Wagens, eines 1969er Buick Riviera, sei sie sogar verdächtigt worden, Al-Qaeda-Mitglied zu sein, da sie die zweite Rate bar beim Händler vorbei gebracht habe. Auch die Schönheit der Stars habe sie eingeschüchtert – verglichen mit ihrem Menstruationspickel und ihrem Gebiss: «Ich öffnete meinen Mund kaum, denn mit den Zähnen der Tischnachbarin konnte ich, die drei Liter Kaffee und zwei Schachteln Zigaretten am Tag konsumiere, nicht mithalten.»

In ihrer Not habe sie sich sogar mehrmals einen völlig Fremden ins Bett geholt: «Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, mit diesem Typen friedlich kuschelnd einzuschlafen. Aber ich fand die Vorstellung schön.»

Auch Rollen in großen Hollywood-Produktionen wie «The Bourne Identity» und eine kurze Beziehung mit «Herr der Ringe»-Star Elijah Wood konnten Potente offenbar nicht trösten. Sie lebt wieder in Berlin, in einer WG in Kreuzberg, berichtet die Zeitung. «Berlin hat was Klares, Schroffes», sagt Potente. «Wenn Du hier jemanden anlachst, bekommst du immer ein Lachen zurück.» (nz)