Der sichtlich überraschte Gottschalk versuchte sich zwar noch zu rechtfertigen - «aber sie war doch 30 Minuten zu spät» -, wurde aber von Krüger wenig verständnisvoll abgewatscht: «Deshalb bedauern wir Dich nicht. Du lädst doch nur solche Leute ein».Vollends bizarr wurde die Szenerie dann durch den irgendwie unmotiviert wirkenden Auftritt von US-Sängerin Mariah Carey, die im hautengen Mini und mit hohen Stöckelschuhe wie ihre eigene Karikatur aussah. Von Oliver Pocher entsprechend begrüßt («Was heißt Presswurst auf Englisch?»), war die sichtlich verwirrte, aber dauerlächelnde Diva in zunehmend enthemmten Männerrunde fortan ein ständiges Objekt von Altherrenwitzen (etwa Carrells: «Dass ich nicht schwul geworden bin, liegt auch an Mariah Carey»), ohne sich wehren zu können.
Als Mike Krüger dann auch noch auf der Gitarre einen seiner Hits mit dem vielsagenden Refrain «Wenn die nach vorne fällt, bist du weg» vortrug - und damit auf Careys wie immer beängstigend tief dekolletierte Oberweite anspielte - driftete die Situation endgültig ins Absurde. Auf dem Niveau braucht «Gottschalk & Friends» keine Konkurrenz zu fürchten - Herr seiner Show allerdings war der Moderator zu dem Zeitpunkt wohl nicht mehr. (nz)