netzeitung.deUS-Psychologen wehren sich gegen Tom Cruise

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Tom Cruise und Katie Holmes (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Tom Cruise und Katie Holmes
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Als «Pseudo-Wissenschaft» beschimpft Schauspieler Tom Cruise derzeit die Psychologie. Der US-Berufsverband findet das verantwortungslos.

Das jüngste TV-Interview von Schauspieler Tom Cruise, in dem der den Gebrauch von Antidepressiva scharf kritisiert hatte, schlägt in den USA weiter hohe Wellen. Der 42-Jährige, der in der Sendung von «Today»-Moderator Matt Lauer vom vergangenen Freitag aufgetreten war, hatte dort die moderne Psychologie als «Pseudo-Wissenschaft» kritisiert und die medikamentöse Behandlungen mit Antidepressiva oder Ritalin (wird bei hyperaktiven Kindern eingesetzt) mit Drogenkonsum verglichen.
Auch schlechte PR ist gut...
Höchst schädlich nannte dies nun die American Psychiatric Association, ein Berufsverband von Medizinern, die sich auf die Behandlung psychischer Erkrankungen spezialisert haben. «Mister Cruise handelt unverantwortlich, wenn er die Presse-Promotion für seinen Film ('Krieg der Welten', d. Red.) dazu nutzt, um seine ideologischen Ansichten zu verbreiten und Menschen mit psychischen Erkrankungen möglicherweise davon abhält, die Hilfe zu bekommen, die sie brauchen«, zitierte die britische BBC online aus der Presseerklärung.

Vollkommen falsch sei auch die Behauptung des Schauspielers, dass die Psychologie keine wissenschaftliche Grundlage habe. Cruise ist Anhänger der Glaubensgemeinschaft Scientology, die für ihre kritische Einstellung gegenüber der modernen Psychologie und medikamentöser Behandlungen bekannt ist.

Entzündet hatte sich die von ihm betriebene Kontroverse an einem Buch von Schauspielkollegin Brooke Shields, die darin über ihre pränatale Depression und ihre erfolgreiche Therapie mit Anti-Depressiva berichtet. Mittlerweile, so Shields, sei sie Cruise für seine Angriffe auf sie sogar dankbar - so bekomme das wichtige Thema schließlich die Publicity, die es verdient habe. (nz)