netzeitung.deRatzinger: «Harry Potter» zersetzt Christentum

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'Harry Potter' eine Gefahr für die Seele? (Foto: dpa/nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 'Harry Potter' eine Gefahr für die Seele?
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Zwei Jahre ist es her, da hat sich der neue Papst schriftlich bei der Autorin eines Buches bedankt. Sie hatte das Lesen von «Harry Potter» in der Schule für verfassungwidrig erklärt.

Kritiker des neuen Papstes fürchten, dass Benedikt XVI. noch konservativer und reformfeindlicher wirken wird als sein Vorgänger. Eine Äußerung, die der vormalige Kardinal Joseph Ratzinger, einst Leiter der katholischen Glaubenskongregation, zwei Jahre vor seiner Wahl getroffen haben soll, dürfte Freunde der Populärkultur dabei besonders verschrecken. Nachzulesen ist sie auf der Website der «fundamental-katholischen» Autorin Gabriele Kuby.

Kuby hat neben Büchern wie «Kein Friede ohne Umkehr - Wortmeldungen einer Konvertitin» oder «Mein Weg zu Maria» auch «Harry Potter – gut oder böse» verfasst, in dem sie mindestens zehn Argumente gegen den Zauberschüler findet.

Die hören sich etwa so an: «Harry Potter ist ein globales Langzeitprojekt zur Veränderung der Kultur», «Die Unterscheidungsfähigkeit des Lesers zwischen Gut und Böse wird durch emotionale Manipulation und intellektuelle Verwirrung außer Kraft gesetzt.», «Es ist ein Vergehen an der jungen Generation, sie spielerisch zur Magie zu verführen» und schließlich: «Da der Glaube an einen liebenden Gott systematisch zerstört wird, ist die schulische Indoktrination mit Harry Potter intolerant und widerspricht dem Geist unserer Verfassung. Die Teilnahme an schulischen Potter-Aktivitäten kann aus Glaubens- und Gewissensgründen verweigert werden.»

Das Christentum in der Seele zersetzen
Auch in dem Buch «Harry Potter – Der Herr der Ringe. Unterscheidung tut not.» hatte sich Kuby bereits über J.K. Rowlings schlechten Einfluss verbreitet und prompt Antwort aus Rom erhalten, wie sie auf ihrer Website dokumentiert: «Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt der Glaubenskongregation, habe ihr am 7. März 2003 einen Brief mit folgendem Inhalt geschrieben: «Vielen Dank für das lehrreiche Buch. Es ist gut, daß Sie in Sachen Harry Potter aufklären, denn dies sind subtile Verführungen, die unmerklich und gerade dadurch tief wirken und das Christentum in der Seele zersetzen, ehe es überhaupt recht wachsen konnte.»

Im Mai habe der damalige Kardinal ihr dann noch versichert: «Ich gestatte Ihnen gern, sich auf mein Urteil über Harry Potter zu berufen.»

Keine anti-christliche Ideologie
Bleibt abzuwarten, ob Ratzinger sich in seinem neuen Amt dem Thema noch einmal widmen wird. Wenn, könnte es unter katholischen Potter-Fans für Verwirrung sorgen, da sich der Vatikan auf einer Pressekonferenz im Frühjahr 2003 ganz anders zum Thema Potter geäußert hatte: «Ich sehe keinerlei Probleme in den Harry Potter Büchern», sagte damals der Sekretär der europäischen Bischofskonferenz, Don Peter Fleetwood. «Ich glaube niemand in diesem Raum ist ohne eine imaginäre Welt mit Elfen, Zauberei und Engeln aufgewachsen.» Sie dienten nicht einer anti-christlichen Ideologie, so der Geistliche.

Absicht der Autorin sei es, Kindern dabei zu helfen, den Unterschied zwischen gut und böse zu verstehen. Und dabei sei Rowling sehr deutlich. Rowling sei zudem «eine überzeugte Christin, sowohl in ihrer Lebensweise als auch in ihrer Art zu schreiben.» (nz)