01.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Harld Juhnke
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Als begnadeter Schauspieler wird Harald Juhnke selbst von Bundespräsident Horst Köhler gewürdigt. Besonders in Berlin wird um den «grandiosen Entertainer und Anarchisten» getrauert. Thema: Juhnkes Tod Nachruf: Harald Juhnkes sieben Leben Der Schauspieler Harald Juhnke ist tot Chronologie von Juhnkes Leben
Persönlichkeiten aus Kultur und auch Politik haben am Freitag ihre Trauer über den Tod von Harald Juhnke ausgedrückt. Auch Bundespräsident Horst Köhler meldete sich zu Wort und sprach den Angehörigen in einem Telegramm seine Anteilnahme aus.
Darin heißt es: «Viele Menschen in Deutschland trauern um Harald Juhnke. Durch seine zahlreichen Bühnen-, Film- und Fernseherfolge ist er ihnen so vertraut, dass sein Tod sie sehr bewegt. Harald Juhnke hat sein großes Talent als Schauspieler und Sänger immer wieder unter Beweis gestellt. Ebenso vertraut ist Harald Juhnke uns allen als begnadeter Entertainer. Er verstand es auf eine einzigartige Weise, das Publikum im Studio und an den Bildschirmen zu Hause auf charmante Art zu unterhalten.» Juhnke starb am Freitagmorgen im Alter von 75 in einem Pflegeheim bei Berlin.
«Berlin wird ihn nicht vergessen»Zuvor hatten schon der Berliner Parlamentspräsident Walter Momper Juhnke als «begnadeten Volksschauspieler und Entertainer von hohem Rang» gewürdigt. «Er war eine hochsensible Persönlichkeit, manchmal zu sensibel für diese Welt», so der ehemalige Regierende Bürgermeister, der als einer der ersten öffentlich kondolierte. «Berlin hat ihn geliebt und wird ihn nicht vergessen.»
«Berliner mit Leib und Seele»Im Laufe der Vormittags äußerte sich auch der Regierender Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit. Er sei vom Tode Juhnkes «zutiefst betroffen». «Er war ein bedeutender Entertainer und Schauspieler», so Wowereit weiter. «Aber er war vor allem einer von uns, ein Berliner mit Leib und Seele, der wie kein anderer auch außerhalb der Grenzen Berlins für unsere Stadt gestanden hat. Berlin verneigt sich vor einem seiner großen Söhne. Er war eine Stimme Berlins, die nicht verstummen wird.»
Tod des alten West-BerlinsDer Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, würdigte Harald Juhnke als «großen Berliner Clown, Komiker, grandiosen Entertainer und Anarchisten». «Konsequenterweise starb er am 1. April - und das ist diesmal keiner seiner Witze», so der Theatermacher zur Nachrichtenagentur dpa. Der Intendant des einstigen Brecht-Theaters am Schiffbauerdamm stellte zudem durchaus zutreffend fest: «Nachdem Minetti, Marianne Hoppe und Brigitte Mira ihre Bühnen verlassen haben, ist mit dem Tod von Harald Juhnke das alte West-Berlin fast ganz verschwunden.»
Ein «großes Kind» Der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Bernd Wilms, würdigte Juhnke als «wunderbaren Schauspieler». «Ich glaube, dass er immer ein großes Kind gewesen ist, ein bisschen Peter-Pan-haft, wie einer, der nicht erwachsen werden kann und nicht erwachsen werden will», sagte Wilms am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. «Er hat seinen Rollen zugleich eine wunderbare Leichtigkeit und eine Tiefe gegeben.» Als «wunderbaren Kollegen» würdigte Schauspieler und Regisseur Wolfgang Spier den Verstorbenen. Nach dem Tod Juhnkes schwanke er «zwischen Erschütterung und Erleichterung», sagte Spier am Freitag der Nachrichtenagentur dpa-RUFA. «Es ist für ihn sicher eine Erlösung, glaube ich. Und ich nehme an, auch für seine Familie.» (nz)