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Handy fürs Grab entwickelt

01. Feb 2005 16:42
Erfinder Jürgen Bröther mit seinem Handy
Telefongespräch mit einem Toten: Ein Erfinder aus Osnabrück hat ein Mobiltelefon entwickelt, das selbst unter der Erde steten Empfang garantiert.

Drei Exemplare seiner Erfindung hat Jürgen Bröther aus Osnabrück nach eigener Aussage bereits verkauft. Und trotz des hohen Preises - je 1500 Euro - gebe es angeblich schon weitere Interessenten für das Handy mit einer besonders langlebigen Batterien und einem kleinen Lautsprecher. Konzipiert ist das Mobiltelefon als eine Art Grabbeilage, die etwa so groß wie ein Schuhkarton ist und im Grab, 30 Zentimeter tief unter der Erde untergebracht wird.

Einmal installiert, ist sozusagen der Dialog mit dem Verstorbenen möglich. Als Zielgruppe hat der Erfinder Menschen ausgemacht, die im Zwiegespräch ihre Trauer bewältigen wollen. «Menschen, die krank sind, keine Zeit haben oder zu weit entfernt wohnen, um ihre Verstorbenen am Grab zu besuchen, können jetzt anrufen», so Bröther, der sein Gerät «Telefon-Engel» genannt hat, im Interview mit der Nachrichtenagentur AP.

Einfach mal spontan sein

Die Idee sei ihm gekommen, weil er mit seiner verstorbenen Mutter lieber unbeobachtet reden wollte, statt auf den Friedhof zu gehen. Außerdem könne er ihr nun auch einmal spontan etwas sagen, ohne sich eigens auf den Weg zum Grab zu machen. Zwei Jahre lang hat der Osnabrücker gemeinsam mit einem Elektrotechniker an seiner Erfindung gearbeitet. Jetzt ist die Technik patentiert, der Name geschützt.

Dazu haben Bröther und sein Partner den wohl stärksten Handy-Akku entwickelt. Die Mindestgesprächsdauer liegt 200 Stunden, die Stand-by-Zeit bei einem Jahr. Genau dieser Akku macht den «Telefon-Engel» auch zu einem ausgesprochen großem Handy. 21 mal zwölf mal neun Zentimeter misst der wasserdichte Kasten. Die Verbindung kommt sofort zu Stande, ein Klingelzeichen aber hat der «Telefon-Engel» nicht. Im Grab dauerhaft liegen bleiben soll das Gerät übrigens nicht. Bröther erstattet jedem Käufer 50 Euro, der den «Telefon-Engel» nach der Trauerzeit zurückschickt.(nz)


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