netzeitung.deAufgespritzte Lippen und BSE

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Auch bei Minogues Schmollmund soll nachgeholfen worden sein (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auch bei Minogues Schmollmund soll nachgeholfen worden sein
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Großbritannien wird untersucht, ob bei Schönheitsoperationen verwendete Materialien die Creutzfeld-Jakob-Krankheit auslösen können.

Ein bisschen Botox hier, ein bisschen Aufspritzen dort: Immer leichtfertiger lassen Frauen größere und kleinere Eingriffe vornehmen, um dem allgemein propagierten Schönheitsideal zu entsprechen. Vorbilder sind die vollen Lippen von Angelina Jolie, die hohen Wangenknochen von Kylie Minogue und die faltenfreie Stirn von Nicole Kidman.

In Großbritannien beschäftigen sich nun die Gesundheitsbehörden mit diesen Verschönerungstechniken. Es besteht der Verdacht, dass die zum Unterspritzen verwendeten organischen Materialien die BSE-verwandte Creutzfeldt-Jakob- Krankheit auslösen könnten. Laut einem Bericht der «Times» wird bereits an einem Gesetz zum Schutz der Kunden solcher Operationen gearbeitet.

Die Zeitung zitiert Sir Liam Donaldson, den obersten Berater der britischen Regierung in Gesundheitsfragen, laut dem nun Experten im Auftrag der Regierung untersuchen sollen, ob Gewebe-Implantate wie Collagen über das Blut übertragene Krankheiten verursachen können - darunter auch die auf den Menschen übertragbare BSE-Variante. Auch wenn bisher kein Test positiv ausgefallen sei, gehe das Kommittee für mikrobiologische Sicherheit des Blutes und von Gewebe von einem Risiko aus. Die Füllmaterialien für Lippen und Wangen werden meist aus menschlichem oder tierischem Material gefertigt, so der Bericht - darunter sei bereits Leichen-Gewebe oder solches von Vögeln gefunden worden.

Registration und Weiterbildung
Wie die «Times» berichtet, ist diese Untersuchung Teil eines größeren Projekts, an dessen Ende steht, dass nicht mehr jeder die bisher nicht geregelten Prozeduren wie zum Beispiel Botox-Injektionen, Unterspritzungen oder auch chemische Peelings durchführen darf. Das werde wohl dazu führen, dass jeder sechste Anbieter verschwinden werde, heißt es. Ab nächstem April müssen Anbieter solcher Schönheitseingriffe bei der Healthcare Commission registriert sein. Auch sollen Weiterbildungen Pflicht werden. (nz)