Moshammer- Doppelgänger: «Ich mache jetzt den Ludwig II.»
26.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Als Moshammer 2001 beim Vorentscheid des Gesangs-Grand-Prix antrat, erfand der freie Journalist Moshammers Halbbruder Randolph, «schließlich war ich größer und schlanker als er». Die Presse war begeistert. Es folgten zahlreiche Auftritte und Interviews, allerdings auch eine Klageandrohung. Moshammer wollte keinen anderen «Mosi» neben sich, doch «hat er es dann gelassen», so Hagel und vermutet als Grund die Negativ-Presse.
Bei der Beerdigung des am vorvergangenen Freitag ermordeten Moshammer war er nicht, sagt Hagel. Nein, er fühle sich ihm nicht besonders verbunden. «Ich war nicht wirklich ein Fan von ihm. Das hat sich so ergeben. Hätte die Perücke eine andere Farbe gehabt, wäre ich vielleicht als Atze Schröder gegangen.» Es war ein «Hobby, ein Spaß», so Hagel, nicht mehr und nicht weniger.
Mit einem Auftritt als Randolph Moshammer hat Hagel nach eigener Aussage einen Eurobetrag bis in dreistelliger Höhe verdient. Er sei auch in der Kartei einer Doppelgänger-Agentur. Doch damit sei jetzt Schluss: «Ich denke mal, das ist vorbei.» Ein bisschen schade finde er es schon, doch hat Hagel bereits eine neue Figur in Planung, für die er nicht einmal viel ändern muss: «Ludwig II., da muss dann die Perücke etwas lockiger sein.»
Dass er vor vier Jahren überhaupt angefangen habe, als Moshammer-Doppelgänger aufzutreten, sei ein Experiment gewesen: Nach der «Big-Brother»-Hysterie, wo aus Leuten von der Straße Stars wurden, die Autogramme gaben, habe er gedacht «Mal sehen, wie weit man kommt, wenn man keine Produktionsfirma hinter sich hat». Es sei relativ einfach gewesen, so Hagels Fazit. «In die C-Promi-Liga von Naddel und Feldbusch hätte ich es schon geschafft, aber man will sich ja nicht zum Affen machen.»
Für das Web ediert von Sophie Albers

