Die Wahrheit über Madonnas Sekte
15.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Rund 40 Kabbalah-Center gibt es weltweit - von Los Angeles bis Hannover. Allein bei einem Fest in Israel sollen im vergangenen Jahr 2600 Anhänger anwesend gewesen sein, darunter auch Madonna mit Ehemann Guy Ritchie. Mit der jüdischen Geheimlehre namens Kabbalah hat die Sekte ungefähr so viel zu tun wie Scientology mit dem Christentum. Die Aneignung des Namens könnte man damit vergleichen, dass ein Konzern nach Indien fährt und sich den Namen «Basmati» für Reis patentieren lässt.
Das «Kabbalah»-Center wiederum behauptet, es sei Quellwasser und werde in einem besonderen «Kabbalah»-Verfahren behandelt. Es sei sogar die Behauptung aufgestellt worden, dass es gegen Krebs helfe, so der Bericht. Ein Informant der Dokumentation habe für ein «Kabbalah»-Wasser-Paket umgerechnet knapp 800 Euro zahlen dürfen.
Weiterer Kritikpunkt ist die Behauptung der Sekte, eine uneigennützige Organisation zu sein. Dem widerspräche der luxuriöse Lebensstil der Bergs.
Zudem soll laut dem Bericht ein führendes «Kabbalah»-Mitglied behauptet haben, dass die Juden den Holocaust selbst zu verantworten haben. «Sie haben nicht die Kabbalah genutzt», so die abstruse Begründung.
Auch ein ehemaliges Mitglied kommt zu Wort. 13 Jahre sei Debbie Chaski-Leventhal Mitglied gewesen: «Es ist ein Kult, absolut ein Kult, vor allem für die paar hundert Leute, die den Bergs nahestehen. Die meisten von ihnen würden alles machen, was er von ihnen fordert.»
Laut einem Bericht des Onlinedienstes «This is London» hat das «Kabbalah»-Center bereits auf die Dokumentation reagiert: «Seit Jahrtausenden wurde die Kabbalah von einigen Mitgliedern der Gemeinschaft falsch dargestellt, die versuchen, andere davon abzuhalten, ihre Weisheit zu studieren.» (nz)

