08.12.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Stefan Raab sammelt für Cora e.V
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Stefan Raabs Kleinkrieg gegen Ralf Schumacher soll einem Verein zu Gute kommen, der gegen sexuellen Missbrauch kämpft. Dort ist man über die Aktion aber nicht erfreut, erfuhr die Netzeitung.
Durch einen Coup hat «TV Total»-Moderator Stefan Raab am Montag den von ihm gestarteten T-Shirt-Verkauf zu retten versucht: Nicht mehr als Anti-Schumacher-Aktion seien die bedruckten Shirts (u.a. mit «Porno Ralle» und «Hard Cora») zu verstehen, sondern als Solidaritätsaktion mit einem gemeinnützigen Verein namens Cora e.V.
Mindestens zwei Euro aus dem Verkauf der auf der Website von «TV Total» angebotenen Schumacher-Scherz-Waren gehen an den Verein, der nach eigene Angaben gegen den «sexuellen Missbrauch von Frauen, Kindern und Männern» aktiv ist.
«Wir distanzieren uns»Doch dort ist man von der Aktion wenig erfreut. Weder Raab noch dessen Produktionsfirma Brainpool habe sich vor Verkündung der Aktion mit ihnen in Verbindung gesetzt, so Leska Kaufmann von Cora e.V. (Baden Baden) zur Netzeitung. Gut findet man das Engagement des TV-Stars auch nicht. «Wir möchten uns davon distanzieren», so Kaufmann. Denn: Die Raab-Aktion sei «ganz offensichtlich mit den Schumachers nicht abgesprochen» .
Mangelnde Ernsthaftigkeit... Auch das Geld - laut Raab schon 17.000 Euro - werde man nur annehmen, wenn auch die Schumachers einwilligen würden. Zudem, so Kaufmann weiter, habe man das Gefühl, dass das wichtige Anliegen des Vereins (u.a Telefonberatung und Aufklärung in den Schulen) von «TV Total» nicht ernst genommen werde. Von Ernsthaftigkeit ist bei Raab tatsächlich wenig zu spüren. Der hatte zunächst den Rennfahrer wegen eines finanziellen Investments im Erotikbereich als «Porno Ralle» verspottet.
Als Schumacher mit Klage drohte, zitierte Raab in seiner Sendung Passagen aus dem Anwaltsschreiben und weitete die Aktion noch aus: Er werde nicht weniger, sondern hoffentlich mehr T-Shirts verkaufen und einen Teil der Erlöse wohltätigen Zwecken zuführen. Die Zuschauerquote von «TV total» erreicht derweil neue Höhen: Am Dienstag schalteten 1,05 Millionen ein, mehrere Hunderttausende mehr als sonst. Der Marktanteil lag bei 9,5 Prozent.