07.12.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Stefan Raab und 'Porno-Zoff' bei 'TV Total'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Trotz Klageandrohung: Stefan Raab bläst bei «TV Total» zum Angriff gegen Ralf Schumacher. Er will die Porno-T-Shirts weiter verkaufen - und damit sogar Gutes tun.
Der Streit um «Porno-Ralle» und «Hard-Cora» geht weiter. Moderator Stefan Raab zeigte sich in seiner «TV total»-Sendung vom Montag von einer Klageandrohung von Ralf Schumachers Management unbeeindruckt. Ganz in Gegenteil: Raab nutzte die Beschwerden, um den beanstandeten Verkauf von T-Shirts und Baseball-Kappen weiter anzuheizen.
Briefwechsel vorgestelltDas Management des Formel-1-Stars hatte Raab in der vergangenen Woche mit rechtlichen Schritten gedroht, falls der den Verkauf der mit Begriffen wie «Hard-Cora» und «Investment-Ralle» bedruckten Textilien nicht einstelle. In den Medien hatte man dies auch damit begründet, dass sich die Familie Schuhmachers durch die Scherze verletzt fühle.
Raab spielt mit seinen Witzen auf ein - mittlerweile offenbar wieder aufgelöstes - Investment des Rennfahrers im Umfeld der Beate Uhse GmbH an. Begleitet von viel Gelächter, zitierte Raab am Montag nun aus dem eingegangenen Anwalts-Schreiben. Unter anderem war da offenbar zu lesen, dass die Schumachers ihre «Zustimmung» zu der Vermarktung ihres Namens nicht erteilt hätten. «Klar, wir haben ja auch nicht gefragt», so Raab.
«Außerordentlicher Geschäftssinn»Da Raab von dem «außerordentlichen Bekanntheitsgrad» Schumachers profitiere, stehe dem Rennfahrer «eine Beteiligung an den Verkaufserlösen zu», hieß es weiter. «Die wollen Kohle!», so Raab vor seinem kichernden Publikum. Das habe man gerne, so der Moderator und Produzent weiter, der zuvor schon über Schumacher gewitzelt hatte: «Seine Steuern nicht in Deutschland zahlen, aber die deutsche Justiz bemühen».
Außerdem, so Raab weiter, sei es ja wohl vor allem der «außerordentliche Geschäftssinn des Stefan Raab» gewesen, der die Internet-Verkaufs-Aktion ins Rollen gebracht habe.
Spende an «Cora e.V»Zum Schluss seiner Lesung drehte Raab den Spieß um: Da die Schumachers den von Raab einzuklagenden Erlös der T-Shirts angeblich an einen wohltätigen Zweck spenden wollten, werde er das nun direkt übernehmen. Zwei Euro von jedem verkauften T-Shirt (Preis 15 Euro) gingen nun an einem Verein namens «Cora e.V.», der gegen sexuellem Missbrauch arbeitet.
Von einer Klage sollten die Schumachers jetzt absehen, so Raab, der während seines Monologs auch Fan-Fahnen mit dem Aufdruck «Porno-Ralle» schwenkte - denn «dann ist ja die ganze Kohle weg» und der Verein hätte das Nachsehen.