Wenders bleibt trotz Bushs Wahlsieg in den USA
07.11.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Wim Wenders
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der deutsche Regisseur Wenders hat US-Präsident Bush hart für seine Politik kritisiert. Trotz Bushs Wiederwahl werde er dem Land aber nicht den Rücken kehren, sagte Wenders.
Trotz der Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush will der deutsche Filmregisseur Wim Wenders seine zweite Heimat nicht verlassen. Er sagte dem Magazin «Focus», das Amerika, «das ich achte und liebe, und wo ich gerne weiterleben möchte, ist nicht auf einmal verschwunden. Es ist jetzt in der Opposition.»
Es sei falsch, dem Land nun den Rücken zu kehren, sagte Wenders: «Wahrscheinlich ist es richtig, nun erst recht solidarisch mit denen zu sein, die für dieses liberale Amerika auch künftig kämpfen werden, statt sich schmollend davonzumachen.»
«Land in Angst gehalten»Wenders, der zeitweise in Los Angeles lebt, kritisierte Bush hart. Der habe die Anschläge vom 11. September 2001 auf perfide Weise für seine Politik ausgeschlachtet und es verstanden, das Land drei Jahre lang in Angst zu halten. Bush habe nie einen Fehler eingestanden, und dies sei von seinen Strategen zu seiner moralischen Stärke hochstilisiert worden.
Leider habe die Kritik der Intellektuellen und Stars eine große Mehrheit der Amerikaner nicht am Primat dieser vermeintlichen Stärke zweifeln lassen, sagte Wenders. (nz)