Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Islamkritischer Cineast in Amsterdam ermordet

02. Nov 2004 11:19, ergänzt 14:20
Theo van Gogh
Mitten in Amsterdam ist am frühen Dienstagmorgen der niederländische Filmregisseur und Publizist Theo van Gogh erschossen worden. Er war ein Freund des vor Jahren ebenfalls getöteten Politikers Pim Fortuyn.

Der niederländische Filmemacher und Satiriker Theo van Gogh ist am Dienstagmorgen auf offener Straße in Amsterdam ermordet worden. Wie die Polizei mitteilte, griff ein Mann den 47-Jährigen an und schoss sechs bis sieben Mal auf ihn. Dann stach er mit einem Messer auf den Sterbenden ein. Van Gogh war mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Der Tatverdächtige sei ein 26-jähriger Mann mit marokkanischer und niederländischer Staatsangehörigkeit, sagte ein Polizeisprecher.
Mehr in der Netzeitung:
  • Urteil bestätigt: 18 Jahre Haft für Fortuyn-Mord 18. Jul 2003 13:55
  • Fortuyn in den Niederlanden erschossen 06. Mai 2002 18:45, ergänzt 07. Mai 2002 00:22

  • Er sei festgenommen worden, nachdem er sich nach dem Anschlag auf den Filmemacher eine Schießerei mit der herbeieilenden Polizei geliefert habe. Van Gogh starb kurz darauf. Niederländische Medien berichteten, ein Text in arabischer Schrift sei auf seinem Leichnam gefunden worden.

    Königin Beatrix und Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende äußerten Abscheu und Entsetzen über den Mord. Balkenende warnte vor vorschnellen Schlussfolgerungen. Es sei jedoch nicht hinnehmbar, «wenn eine Meinungsäußerung Ursache für diesen brutalen Mord gewesen sein sollte».

    Van Gogh war als Filmemacher und Drehbuchautor über die Grenzen der Niederlande hinaus bekannt. Er arbeitete zudem als Fernsehmoderator und schrieb Kolumnen, die für ihre Bissigkeit gewürdigt wurden.

    Freund von Fortuyn

    Zudem war der Publizist auch ein Freund des vor einigen Jahren ebenfalls öffentlich ermordeten rechtsgerichteten Politikers Pim Fortuyn. Diesen hatte Van Gogh stets gegen Angriffe in Schutz genommen und das «Recht auf das freie Wort» propagiert. Kurz vor Fortuyns Tod hatte Van Gogh den Freund gewarnt, dass er wegen seiner politischen Meinung bedroht sei.

    Van Gogh hatte kürzlich mit einem Kurzfilm über eine Muslimin Aufsehen erregt, die zu einer Eheschließung gezwungen, von einem Verwandten vergewaltigt und anschließend wegen Ehebruchs bestraft wird. Das Skript für den Film «Submission» stammte von einer rechtsgerichteten Politikern, die sich selbst vom Islam losgesagt hatte.

    Unter Polizeischutz

    Der Filmemacher hatte Todesdrohungen erhalten, nachdem «Submission» im Fernsehen gezeigt worden war. Der Regisseur stand seitdem unter Polizeischutz.

    Zuletzt hatte Van Gogh an einem Film über Fortuyn gearbeitet. Der Film «0605» war gerade fertiggestellt, als der Cineast am Dienstag ermordet wurde. Weitere Filme Van Goghs: «A Day At The Beach» (1984) «06» (1994) «Blind Date» (1996) «Baby Blue» (2001). (nz)

     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
     
    Sängerin bangt um Konzert in Kuala Lumpur: 
    Avril Lavigne «zu sexy» für Malaysia
    Im Vollrausch auf Sendung: 
    Gallagher beschimpft Winehouse als «Gaul»
     
    Roger Moore veröffentlicht Memoiren : 
    James Bonds geheime Erinnerungen
    Wachwechsel in US-Kultserie: 
    «CSI» bekommt einen neuen Chef
    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.