netzeitung.de«Miss Russland»-Kandidatin im Koma

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Jekaterina Sumina (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jekaterina Sumina
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Russland wurden zwei Ärzte zu Bewährungsstrafen verurteilt, unter deren Händen ein Model ins Koma fiel. Die 23-Jährige wollte sich Fett absaugen lassen.

Um bei einer Größe von 1,82 Metern und einem Gewicht von 65 Kilo eine noch straffere Figur zu haben, wollte sich das russische Model und zweimalige Fast-«Miss Russland» Jekaterina Sumina Fett absaugen lassen. Ein kleiner Eingriff, zum Abendessen wollte sie zurück sein. Die junge Frau liegt seit 14 Monaten im Koma. In der südrussischen Stadt Samara wurden nun die beiden Ärzte verurteilt, die den Eingriff vorgenommen hatten.

Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, wurden der Schönheitschirug Igor Worobijew und der Anästhesist Jurij Swiridenko vom Laserzentrum Samara zu jeweils sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem dürften sie die kommenden 18 Monate nicht praktizieren. Den Ärzte wurde vorgeworfen, vor der Operation nicht geprüft zu haben, ob die Patientin die Narkosemittel verträgt.

Bei der 40-minütigen Operation war es deshalb zu Komplikationen gekommen. Suminas Herz hörte auf zu schlagen. Das Model war zehn Minuten lang klinisch tot. Trotzdem ließen Worobijew und Swiridenko sie erst zwölf Stunden später auf die Intensivstation des örtlichen Krankenhauses bringen. Seit damals liegt die Frau, die zwei Mal an der Wahl zur «Miss Russland» teilgenommen hatte und in die Endausscheidung gekommen war, im Koma. Russische Zeitungen haben ihr mittlerweile den Namen «Dornröschen» gegeben.

Urteil zu milde
Die Eltern und der Freund haben Sumina in ihre Moskauer Privatwohung geholt, wo sie sie zusammen pflegen. «Das Laserzentrum, das mein geliebtes Mädchen faktisch umgebracht hat, lehnt es ab, seine Schuld einzugestehen und für den Fehler zu bezahlen», zitiert die Zeitung den Freund des Models, den Geschäftsmann Sergej Okunew. Er hatte die Ärzte wegen Körperverletzung angezeigt. Die Operateure hatten alle Verantwortung von sich sich gewiesen, so der Bericht.

Die Eltern Suminas finden das Urteil zu milde: «Das Gericht hat uns eine moralische und materielle Wiedergutmachung durch das Laserzentrum verweigert. Das empfinden wir als ungerecht», sprach Okunew für sie und kündigte an, dass man in Berufung gehen werde.

Doch weiß die Mutter, dass, egal wie der Prozess ausgehen wird, ihr Kind nicht mehr aufwachen wird. «Man hat uns gesagt, dass sie nie wieder die alte sein wird.» Das Gehirn sei zu stark beschädigt. (nz)