08.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Barbarella hat gleich zwei Katzen geehelicht
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Matilda, selbsternannte Priesterin für Haustiere und ihre Partner, bietet im Internet Hochzeiten zwischen Tier und Mensch an. Inklusive Ehevertrag.
Wäre es nicht toll, wenn der Ehepartner nicht dauernd herummäkelt, die Wohnung aufräumt, das Essen kritisiert oder eine Soap sehen will, wenn doch gerade Fußball läuft... Wer heiraten will, sich aber nicht den üblichen zwischenmenschlichen Querelen aussetzen will, findet bei Matilda Hilfe. Matilda nennt sich Priesterin für Haustiere und deren Partner und bietet im Internet Hochzeiten für Haustiere und ihre Herrchen/ Frauchen an.
Für gerade mal 7,95 Dollar kann man seinem sprachlosen und meist devoten pelzigen, gefederten oder auch schuppigen Liebling ganz offiziell die ewige Treue schwören. Für diese «Simple Wedding» gibt es dann ein Zertifikat. Wer es luxuriöser möchte, weil er zum Beispiel um die Pfote seiner Siamkatze angehalten hat, kann allerdings auch für 200 Dollar die «Biggest Wedding» buchen, da gibt es zum Zertifikat ein «I married my pet»-T-Shirt sowie ein handgesticktes Wandbild.
Hat man sich zu dem folgenreichen Schritt entschlossen - Matilda weist immer wieder darauf hin, dass auch eine Haustierhochzeit eine Entscheidung fürs Leben ist und dem Tier danach die Hälfte des Hauses und des Vermögens zustehen - muss noch dem Ehevertrag zugestimmt werden. Laut dem hat Herrchen/Frauchen zwar keine Rechte, dafür aber Pflichten: «Sie dürfen Ihr Tier auf keinen Fall schlecht behandeln [...] Sie dürfen sich nicht gehen lassen. Sie dürfen nicht plötzlich ungepflegt herumlaufen oder sich in unteren Regionen kratzen. Sie dürfen nicht übermäßig fett werden [...] Sie dürfen nicht nur hinter dem Geld des Tieres her sein [...] Wenn Sie nicht ausreichend mit ihrem Haustier spielen oder ihm nicht genug Zeit zum Fernsehen lassen, ist das Vertragsbruch.»
Für verunsicherte Heiratswillige gibt es neben dem Kompatibilitäts-Horoskop den Eheberater Adrian, der die am häufigsten gestellten Fragen beantwortet: Eine gleichgeschlechtliche Ehe zwischen Mensch und Haustier sei kein Problem, so Adrian, «Alles worauf es ankommt, sind Liebe, Respekt und natürlich die zehn Dollar Bearbeitungsgebühr». Ob eine bereits bestehende Ehe mit einem Menschen hinderlich sei, lässt er offen: «Das muss jeder für sich selbst entscheiden.» Aber natürlich wolle er nicht Bigamie fördern.
Für alle, die sich immer noch fragen, ob sie Pussycat vielleicht mit einem Antrag ins Bett kriegen, steht in der Abschlussklausel noch einmal dick hervorgehoben zu lesen, dass Sex mit Tieren verboten ist.
Niemand weiß, ob du ein Hund bistAusgedacht - offenbar frei nach dem Motto des alten «New Yorker»-Cartoons «On the internet, nobody knows you're a dog» (Im Internet weiß niemand, ob du ein Hund bist) - haben sich die liebevoll gestalteten Seiten für den schrägen Zeitvertreib zwei Briten, die ihre Haustiere, darunter ein Ziegenbock, bisher allerdings noch nicht geehelicht haben.
Sollte sich die Haustierehe trotz redlicher Bemühungen als Flopp erweisen, bietet «Heirate dein Haustier» neben der Eheberatung noch den «Lass dich von deinem Haustier scheiden»-Service an. (nz)