12.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Karl Lagefeld
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Auch Designer Karl Lagerfeld hat eine Meinung zur Reformdebatte: Die Deutschen seien einfach zu faul und zu sehr auf die Rente orientiert.
Er ist gebürtiger Deutscher und lebt in Frankreich: Modemacher Karl Lagerfeld. In seiner Heimat scheint er sich derzeit offenbar nicht wohl zu fühlen: «Ich habe das Gefühl, dass einige neue deutsche Landsleute sich in Selbstmitleid ergehen», sagte der 65-Jährige in einem «Bunte»-Interview.
Rentenmentalität beklagtIn seiner Wahlheimat Frankreich und Italien hingegen herrsche eine gewisse «Trotzmentalität», obwohl es den Menschen dort wirtschaftlich schlechter gehe. Lagerfeld kritisierte vor allem die Einstellung junger Deutscher: «Wenn junge Leute einen Beruf anfangen, wollen sie zuerst mal wissen, was sie im Ruhestand erwartet, statt sich mit ihrem ganzen Elan in die Herausforderung zu stürzen.»
Der Designer, der neben seinen zahlreichen Projekten nun auch für die Modekette H&M entwirft, fügte hinzu, er verstehe ja, dass Arbeit nicht das einzige Ziel sei. Dennoch müssten einfach mehr Leute mithelfen, um Deutschland wieder nach vorne zu bringen. «Jammerlappen bewegen nichts, Selbstmitleid ist out. Ohne Fleiß kein Preis, das wussten schon die Preußen», sagte Lagerfeld. (nz)