netzeitung.deMadonna in Missionarsstellung

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Madonna (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Madonna
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Popstar Madonna lässt sich ihre und die spirituelle Erleuchtung anderer einiges kosten: Knapp 20 Millionen Dollar zahlt sie angeblich für ein neues «Kabbalah-Center» für Kinder in New York.

Eines vorweg: Die Lehre des ehemaligen Versicherungsvertreters Phillip Berg, dank derer sich unzählige Prominente und solche, die es gerne wären, rote Stoffbändchen ums Handgelenk schnüren, hat mit der jüdischen Zahlenmystik ungefähr so viel zu tun wie Scientologie mit Wissenschaft. Der Name «Kabbalah» ist irreführend.

Bergs Anhänger erwartet in den immerhin weltweit rund 50 «Kabbalah-Centern» - von New York bis Hannover - eine konsumentenfreundliche, für den Erfinder lukrative Mischung aus Esoterik, Zahlen-, Reinkarnations- und Karmalehre mit Yoga, «20-Sekunden-Meditation», Babyausstattung mit «Kabbalah»-Nestchen für sage und schreibe 280 Dollar, eine Handvoll «Gesundheitssteine» für 8,50 Dollar, Duftkerzen für jeweils 20 Dollar oder auch reduzierte Spezialangebote.

Bekanntestes Merchandise Bergs ist allerdings der «Rote Faden», der seinen Träger angeblich vor dem Einfluss eines gewissen «bösen Auges» schützt. «Böses Auge ist eine sehr mächtige negative Macht», so die Beschreibung auf der Website des Online-Verkaufs. «Kabbalah lehrt uns, dass wir den auf uns eindringenden negativen Einfluss abwehren können, indem wir Werkzeuge wie den Roten Faden benutzen!» Das Stoffbändchen kostet 26 Dollar.

Streit mit Gwyneth Paltrow
Unter den auf der Seite angebotenen Büchern, die fast alle den Autorennamen Berg tragen, finden sich auch zwei von einer der bekanntesten Besucherinnen der «Kabbalah-Center»: Madonna.

Sie war es, die «Kabbalah» bekannt gemacht hat, indem sie ihren Roten Faden herumzeigte und Familie und Freunde zu Berg schleppte. Mit Gwyneth Paltrow soll sie sich deswegen sogar zerstritten haben. Die Schauspielerin interessierte sich angeblich nicht genug für Bergs vermittelte Erleuchtung.

Schon in der Show ihrer derzeitigen Tournee wirbt Madonna vehement für das «Kabbalah-Center», doch soll die 45-Jährige nun weitaus aktiver für die Missionierung Ungläubiger und das Anschwellen von Bergs Bankkonto sorgen: Sie lässt in New York ein «Kabbalah-Center» für Kinder bauen. Für rund 20 Millionen Dollar.

Spiritualität im Kern
Wie die britische Zeitung «The Sun» berichtet, soll die »Kabbalist Grammar School For Children« (Kabbalistische Grundschule für Kinder) im kommenden Dezember eröffnet werden. Schüler ab fünf Jahren sollen hier Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Allerdings sei «Spiritualität» Kern jeder Unterrichtsstunde, darauf bestehe Madonna.

Vor dem Eintritt in die Prominentenschule stehe neben einem Schulgeld von rund 4000 Dollar pro Semester außerdem ein heftiger Test für die Kleinen und ein prüfendes Interview mit den Eltern, so der Bericht. Die müssen allerdings, bevor sie überhaupt einen Bewerbungsbogen für ihr Kind anfordern, erstmal selbst «Kabbalah»-Mitglieder werden. (nz)


Für das Web ediert von Sophie Albers