07. Jul 2004 13:09
Finanzminister Hans Eichel nutzt das auf ihn gemünzte Spottlied nun zur Gegen-PR: Er will sich Thomas Gottschalk treffen und auf die «Wetten, dass...?»-Kritik reagieren.
Dank der Blattmacher-Kunst der «Bild»-Zeitung bewegt der vermeintliche «Streit» zwischen Bundesfinanzminister Hans Eichel und Moderator Thomas Gottschalk nach wie vor die Gemüter.Ebenfalls in der «Bild» forderte Eichel, der in der «Wetten, dass...?» Sendung vom vergangenen Samstag von Mike Krüger mit einem Lied(»Eichel, Eichel - wieder verzählt») verspottet wurde, nun ein Gespräch mit dem Showmaster. Gottschalk hatte Krügers Lied in einem («Bild»)-Interview mit den Worten verteidigt: «Das Gefühl, die da oben verarschen uns nur, ist an der Basis angekommen.»
Eichel sagte dem Blatt: «Ich würde mich gerne mit Thomas Gottschalk über seine Politikerschelte unterhalten. Wenn er uns sagt 'Stopp, so geht es nicht weiter', wie soll es dann nach seiner Meinung gehen?» Auch Gottschalks Forderung nach einem Umdenken der Deutschen sei reichlich Stoff für eine spannende Diskussion, meinte der SPD-Politiker.Der 54-jährige Gottschalk nahm Eichels Einladung an: «Ich komme gerne, aber ich bin bestimmt ein noch schlechterer Rechner als Eichel und kann ihm definitiv nicht aus seinem Schlamassel helfen.»
Finanzminister Eichel sagte über Mike Krügers Lied, das der nun, überrascht von dem spontanen Erfolg, offenbar auch veröffentlichen will: «So richtig nett sind manche Strophen wirklich nicht. Aber Schwamm drüber - schließlich heißt es an einer Stelle ja auch: Du bist unser Held.» Er schlug Krüger vor, den Erlös aus dem Verkauf des Eichel-Songs für einen gemeinnützigen Zweck zu spenden. «Schließlich ist nicht nur der Finanzminister klamm, sondern auch viele Stiftungen und Vereine, die Gutes tun.»(nz)