07.07.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Irene Cara, Melanie Griffith und Michelle Pfeiffer
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Erfolg in Hollywood bringt vor allem für die Frauen das Verbot zu altern mit sich. Das Publikum habe kein Verständnis für solche Probleme, glaubt man. Also wird getrickst.
Erst kürzlich hat Antonio Banderas die Schönheitsoperationen seiner Frau Melanie Griffith damit zu entschuldigen versucht, dass es der Kampf um Rollen in Hollywood erfordere. Michelle Pfeiffer hat einmal resigniert gestanden, dass es entsetzlich sei, sich auf der Leinwand Jahr um Jahr altern zu sehen.
Doch auch wenn die Stars es mittels Botox oder Operation schaffen, sich ein paar Jahre aus dem Gesicht zu entfernen, gibt es noch immer die brutale Realität der Altersangabe. Doch auch bei der verschwinden irgendwann die Jahre. Jüngstes Beispiel ist US-Schauspielerin Irene Cara, die in den 80er Jahren mit dem Film und der dazu gehörigen TV-Serie «Fame» berühmt wurde.
Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, kam es fast zum Streit zwischen ihren Journalisten und Caras Agenten, als der anrief und um eine Korrektur der Altersangabe bat: Seine Mandantin sei am 18. März 1964 und nicht 1959 geboren. Also 40 Jahre jung und nicht 45 Jahre alt. Doch hatten die Redakteure in mehreren Quellen das Geburtsjahr 1959 recherchiert - unter anderem im Wählerregister in Florida, wo Cara lebt. Laut der Film-Onlinedatenbank «Imdb» ist sie sogar 46 Jahre alt.
Das Alter sei für Cara ein sensibles Thema, entschuldigte sich der Agent. Die Schauspielerin bestehe darauf, 40 Jahre alt zu sein. «Ich kann den Eintrag im Wählerverzeichnis nicht erklären, und sie will auch nicht darüber sprechen.»
Heikles ThemaDale Olson, ein Veteran unter den Agenten, der mit Stars wie Rock Hudson und Laurence Olivier gearbeitet hat, gibt unumwunden zu, bei Altersangaben von Stars gelogen zu haben. «Ich habe mich deshalb nicht schlecht gefühlt. Ich habe die Wünsche meiner Klienten geschützt», sagte er AP. Alter sei mehr den je ein heikles Thema. Die ganze Gesellschaft sei dem Jugendwahn verfallen. «Die Konkurrenz der Jungen und Schönen ist groß.» Vor allem, wenn jüngere Schauspielerinnen älteren die Rollen wegschnappen.
Ich kann nichts dagegen tunOscar-Gewinnerin Catherine Zeta-Jones geht die Sache offensiv an: «Wenn ich älter aussehe, als ich bin, tut es mir leid», so die Schauspielerin. «Wenn die Leute denken, dass ich alt aussehe, gibt es nichts, was ich dagegen tun könnte. Ich werde dieses Jahr 35 Jahre alt.»
Die Autorinnen Nancy Alspaugh und Marilyn Kentz mussten bei der Recherche für ihr Buch «Fearless Women: Portaits and Stories» (Furchtlose Frauen: Porträts und Geschichten) erfahren, wie wichtig das Alter im Showbusiness ist. Ein porträtierter Star sei abgesprungen, als sie erfuhr, dass ihr Alter im Text auftauchen sollte. «Alter ist das große Nicht-Thema in L.A.», so Alspaugh. «Du darfst nicht altern. Und es gibt eine Menge Leute, die sich davor verstecken.»
«Das amerikanische Publikum vergibt den Leuten nicht, dass sie altern», sagt der Agent Harlan Boll. Männern gehe es in diesem Fall allerdings besser, «so lange sie ihre Haare behalten, ist alles in Ordnung». (nz)