Bono: Ein zweites «Live Aid» reicht nicht
02.06.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Bono Vox spricht vor Regierungsvertretern in Dublin
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit einem neuen Wohltätigkeitskonzert lasse sich die weltweite Armut nicht lindern, so der U2-Frontman. Bono drängte vor Regierungsvertretern auf andere Wege - Stars wie Jude Law helfen ihm bei der Kampagne.
Während einer Ansprache an die EU-Entwicklungsminister in Dublin hat Bono, der Sänger der Band U2, klar gestellt, dass es keine Neuauflage des Live-Aid-Konzertes von 1985 geben werde. Damals hatten internationale Popstars Spenden für die Hungernden in Äthiopien gesammelt.
Die britische «Sun» hatte berichtet, Bono denke darüber nach, mit einem ähnlichen Benefizkonzert Geld für den Kampf gegen Aids und für den Schuldenabbau der Dritte-Welt-Länder zu sammeln.
Aber mit den Mitteln der Kunst könne man nicht genug Geld zusammen bekommen, um diese Ziele zu erreichen, sagte Bono in Dublin, so der «Evening Standard». Statt dessen appellierte er an die Minister, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Nur die skandinavischen Länder hielten sich an ihr Versprechen, 0,7 Prozent ihres nationalen Einkommens für die Dritte Welt abzugeben. Mehrere britische Stars, darunter die Schauspieler Jude Law und Helen Mirren, unterzeichneten deshalb mit Bono einen offenen Brief, in dem die britische Regierung aufgefordert wurde, ihrer Verpflichtung nachzukommen.
«Mir geht es um Gerechtigkeit»Auch in Dublin fand der Star vor den Regerierungsvertretern wie immer offene Worte. «Hier gibt's ein paar Zauderer, und denen werde ich meine Hand in die Tasche stecken», sagte der Popstar, der im purpurnen Anzug und mit seiner charakteristischen Sonnenbrille vor den Regierungsvertretern erschien. «Mir geht es hier nicht um Wohltätigkeit. Mir geht es um Gerechtigkeit.»
Der 44-jährige Bono Vox hatte auch am Live-Aid-Konzert teilgenommen, das seinerzeit sein Landsmann und Freund Bob Geldof initiiert hatte. Für die angebliche Neuauflage der legendären Veranstaltung waren Robbie Williams, Oasis, Coldplay und Radiohead ins Gespräch gebracht worden. (nz)