netzeitung.deKosmopolit und Komiker: Sir Peter Ustinov

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Peter Ustinov (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Peter Ustinov
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seine vielen Talente machten ihn weltberühmt. Als Schauspieler bekam er zwei Oscars, doch diese eine Karriere war Sir Peter Ustinov nie genug. Nachruf auf einen umtriebigen Menschenfreund.

Auf der Kinoleinwand war er ein letztes Mal in der Rolle Friedrichs des Weisen zu sehen. Filmkritiker beschrieben seinen Auftritt als einen der Höhepunkte des Streifens «Luther». Verschmitzt und weltweise, genialisch und ein wenig verrückt, so präsentierte sich der Weltenbürger, der viersprachig aufwuchs und in vielen Disziplinen brillierte, ohnehin am liebsten.

Geboren am 16. April 1921 als Peter Alexander Ustinov in London, genoss der Sohn eines deutschen Journalisten russischer Abstammung und einer französischen Maskenbildnerin eine grundsolide Ausbildung an der Eliteschule Westminster.

Später erzählte er, er habe sie gehasst. Mit 16 verließ er die Schule und stand ein Jahr später das erste Mal auf der Bühne, zwei Jahre danach debütierte er vor der Filmkamera.

Vom Sandalenfilm zum «Sir»
Der internationale Durchburch gelang ihm als leicht trotteliger Kaiser Nero im Film «Quo Vadis» 1951, einen Oscar als bester Nebendarsteller brachte ihm neun Jahre später ein weiterer Sandalenfilm ein: Als Sklavenhändler Lentulus Batiatus im «Spartacus» überzeugte er die Jury der Academy Awards.

Ein weiterer Oscar folgte für seine Rolle in dem Agenthriller «Topkapi» (1964). Besonders liebte ihn sein Publikum als Meisterdetektiv Hercule Poirot in den Verfilmungen der Romane von Agatha Christie (bekannt: «Tod auf dem Nil» 1978).

«Sir Peter», wie sich Ustinov seit der Adelssprechung durch Queen Elizabeth II. seit 1990 nennen durfte, verfügte über weit mehr Talente als nur die Schauspielerei. Als Maler, Bühnenbildner und Regisseur hat sich Ustinov versucht, seine Liebe zur Musik stellte er als Opernregisseur unter anderem am Covent Garden Opera House in London unter Beweis. Auch als Schriftsteller reüssierte Ustinov.

«Ganz nebenbei» engagierte sich der Weltbürger seit Jahrzehnten als Unicef-Botschafter für Kinderhilfsprojekte und förderte mit seiner «Peter Ustinov Stiftung» unter anderem Schulprojekte für Kinder in Brasilien.

Verlobt mit dem Lachen
Am bekanntesten jedoch war er für seinen Humor, seine feine Ironie und sein Lachen. Zu fast jedem seiner öffentlichen Auftritte gehörte das Erzählen von Anekdoten und Geschichten. In einem Interview mit der Agentur Reuters hatte er im vergangenen Jahr gesagt: «Ich war unwiderruflich mit dem Lachen verlobt, dem Geräusch, dass mir immer als die am meisten zivilisierte Musik der Welt erschien ist.»

Einst gefragt, was einmal auf seinem Grabstein stehen solle, antwortete er zwinkernd: «Betreten des Rasens verboten.»

Der Vater von vier Kindern lebte mit seiner dritten Frau Hélène du Lau d'Allemans, einer französischen Schriftstellerin, seit Jahren in der Nähe von Genf, wo er nun auch im Alter von 82 Jahren starb. (nz)