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Münchens OB Ude erleidet Kollaps

16. Mrz 2004 19:35
Christian Ude
Der Münchener Oberbürgermeister Ude ist nach der Überdosierung von Medikamenten zusammengebrochen. Er macht dafür Stress wegen der Affäre Wildmoser verantwortlich.

Wegen der Krise um den Schmiergeldskandal beim Sportstadion-Neubau in München hat SPD-Oberbürgermeister Christian Ude nach einer Antibiotika-Überdosis einen Zusammenbruch erlitten. Zurzeit liegt er im Krankenhaus.

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  • Als er nach der Aufsichtsratssitzung beim TSV 1860 am Montagabend, auf der der bisherige Präsident Karlheinz Wildmoser seinen Rücktritt erklärte, nach Hause gekommen sei, habe sein Organismus gestreikt, sagte der 56-Jährige dem Münchener Boulevardblatt «tz»: «Um 22 Uhr hat's mich angefallen.»

    Infektion nach ausgeschalteter Darmflora

    Dann habe seine Frau ihn nach mehreren Koliken in eine Klinik transportiert. Dort hätten die Ärzte festgestellt, dass er in den vergangenen Wochen seinem Körper zu viele Antibiotika zugemutet habe; dadurch sei die Darmflora außer Kraft gesetzt worden, erklärte das Stadtoberhaupt.

    Nun habe er sich mit einem noch unbekannten Keim angesteckt; die Ärzte suchten dafür ein Gegenmittel. Ude hofft, nur noch zwei bis drei im Krankenhaus bleiben zu müssen und spätestens am Montag wieder seinen Amtsgeschäften nachgehen zu können.

    Wissenstand über Ermittlungen belastete Ude

    Ude hatte im Schmiergeldskandal zuletzt Druck auf «Löwen»-Präsident Karlheinz Wildmoser ausgeübt, vom Vereinsvorsitz zurück zu treten. Damit handelte sich der SPD-Politiker den Vorwurf der Vorverurteilung ein.

    In der «tz» zeigte sich der Oberbürgermeister unbeeindruckt: «Ach, wer den Verein kennt, der weiß, dass dort jede Meinung auf Attacken stößt.» Dass er wochenlang in die Ermittlungen eingeweiht war, aber darüber schweigen musste, habe ihn mehr belastet; dass erkläre für ihn den Zeitpunkt seines Kollapses, sagte Ude: «Kann sein, dass der Körper sich so lange zusammenreißt, bis die wirklich wichtigen Dinge erledigt sind.» (nz)

     
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