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Polizei überwacht heimlich Hip-Hop-Stars

11. Mrz 2004 15:54
Rapper Tupac Shakur wurde in einem Bandenkrieg erschossen
Wenn P.Diddy, 50 Cent oder DMX nach Miami kommen, haben sie treue Begleiter. Die Polizei bewacht die Hip-Hopper auf Schritt und Tritt. Und schreibt alles fein säuberlich auf.

Rapper haben einen schlechten Ruf, und sie leben davon. Manchmal sterben sie auch daran, wenn sie über einen Rivalen das Falsche sagen. Und damit das nicht mehr passiert - zumindest nicht in Miami - gibt es dort eine Art Rapper-Taskforce. So die Darstellung der Polizei. Musiker und Anwälte vermuten andere Beweggründe.

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Die Aufgabe der Polizisten sei es, Stars wie 50 Cent oder P.Diddy zu bewachen und ihre Beobachtungen aufzuschreiben. Wie «The Miami Herald» berichtet, gebe es bei der Polizei von Miami ganze Dossiers über die meist schwarzen Musiker. Dazu kämen außerdem Fotos von der Ankunft am Flughafen, beim Einchecken im Hotel, in Nachtclubs oder bei Videodrehs. Zu den Unterlagen gehörten außerdem die Vorstrafen-Register der Rapper selbst und auch ihrer Crew. Die bisherige Rapper-Kartei beginne mit 50 Cent und ende mit Ja Rule, so der Bericht. Und sei mit freundlicher Unterstützung von New Yorker Kollegen entstanden.

Die Polizei verteidigt ihre Vorgehensweise damit, dass die Maßnahmen dem Schutz der Öffentlichkeit und der Musiker selbst dienten. «Wir müssen ein Auge auf diese Rivalitäten haben», wird der stellvertretende Polizeichef zitiert. «Das letzte, was wir in dieser Stadt gebrauchen können, ist Gewalt.»

Das die Regierung Musiker überwacht ist nichts Neues. In den 70er Jahren, unter Nixon, stand der Ex-Beatle John Lennon unter Beobachtung. In den 90er Jahren sahen sich US-Beamte den Rapper Ice-T genauer an, der zu der Zeit mit seinem Song «Cop Killer» erfolgreich war. Neu ist, dass eine ganze Musik-Richtung unter Beobachtung steht. «So etwas hat es noch nie gegeben», wird ein Redakteur des Magazins «The Rolling Stone» zitiert.

Rassistisch motiviert

Vertreter der Rap-Musik-Industrie werfen der Polizei vor, die Morde an Musikern wie Tupac Shakur oder Notorious B.I.G. als Grund für die Überwachung zu missbrauchen. «Manche Leute meinen, Gangs und Hip-Hop-Künstler wären das Gleiche», sagt Benjamin Chavis, Chef des Hip Hop Summit Action Network. «Das ist ein Fehler. Die Plattenindustrie ist ein rechtmäßiges amerikanisches Unternehmen, keine Gang.»

Der Jurist Bruce Rogow wirft der Polizei rassistisch motivierte Stereotypisierung vor. «Diese Vorgehensweise zeigt eine Unsensibilität gegenüber der verfassmäßigen Grenzen.»

Die Beobachtungspraxis gebe es seit drei Jahren, so der Bericht. Seitdem 2001 rund 250.000 Hip-Hop-Fans für eine Party nach South Beach gekommen waren. Damals seien 211 Personen verhaftet worden. Das sei allerdings die normale Rate für ein Wochenende, heißt es. (nz)

 
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