24.02.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Daniel Küblböck
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Kaum jemand hat die Republik so wie er gespalten: «Superstar» Daniel Küblböck. Seine «positiven Energien» haben den 18-Jährigen aber bisher alle Anfechtungen überstehen lassen. Thema: Küblböcks Unfall Costa Cordalis: «Kopfverletzung nicht so schlimm» Caroline Beil: «Daniel ist ein Kämpfer» Küblböck bei Unfall schwer verletzt Küblböcks Fahrlehrer: «Diese Fahrt hat nichts mit der Fahrschule zu tun» Küblböck-Fans trösten sich im Netz
«Du hörst Dich an wie Kermit, wenn man hinten drauftritt.» Mit solch wenig schmeichelhaften Bemerkungen startete eine Showkarriere, wie sie in Deutschland auch in den Zeiten von «Big Brother»-Zlatko und seinen Container-Kollegen ungewöhnlich ist.
Daniel Küblböck, der zierliche Junge mit dem mädchenhaften Gesicht und der zweifelhaften Stimme, wirbelte nicht nur bei dem Casting-Wettbewerb «Deutschland sucht den Superstar» die Bewertungskriterien von Juror Dieter Bohlen mächtig durcheinander, sondern polarisierte ganz Deutschland. Hysterisch sei er, nicht ganz normal, dringend therapiebedürftig, sagten die einen.
Herzlich und menschlich, ein lieber und verrückter Typ sei er, versicherten die Fans, von denen der frühere Erzieher aus dem niederbayerischen Eggenfelden bald Tausende hinter sich versammeln konnte.
Kämpfe in der Dschungel-ShowZwar endete die «Superstar»-Karriere von Daniel Küblböck in der ersten Staffel der RTL-Show «nur» auf dem dritten Platz. Doch mit Singles, einer eigenen Autobiografie («Positive Energien») (geschrieben im zarten Alter von nicht einmal 18 Jahren) und unzähligen TV-Auftritten blieb Daniel Küblböck weiterhin auf allen Kanälen präsent. Sein letzter großer Auftritt: Die RTL-Dschungel-Show von RTL.
Dort kämpfte der Selbstdarsteller mit der eckigen Brille tapfer gegen Kakerlaken, missgünstige Mit-Camper und seine eigenen Schwächen bei der Tonfindung (legendär seine Gesangesinterpretation am Lagerfeuer). Kein anderer wurde von den Zuschauern so oft zu einer der ekelhaften Mutproben geschickt, kein anderer erlitt schönere Nervenzusammenbrüche, und natürlich sorgte auch kein anderer für schönere Schlagzeilen.
Papa als ManagerOhnehin gilt: Wer etwas verkaufen möchte, bedient sich gerne des quirligen Energiebündels. Er selbst wirbt für Milchprodukte und vor allem für sich selbst.
Und das als echtes Familienunternehmen. Erst kürzlich hatte Daniel Küblböck gemeinsam mit seinem Vater Günther die Firma «Positive Energien GmbH» gegründet. Die verwaltete akribisch die Liste seiner Aufträge im Internet. Für den heutigen Dienstag aber, den 24. Februar, dem Tag, an dem er schwer verunglückte, ist die Liste leer. (nz)