Jagd auf den Crocodile Hunter
Der Mann ist laut Selbstbeschreibung Krokodil-Jäger, zumindest heißt so die Fernsehserie, die ihn auch in den USA und Europa bekannt gemacht hat. In der springt Irwin, euphorische Rufe ausstoßend, durch die Wüsten und Wälder der Welt und fasst giftige oder sonst wie gefährliche Tiere an. Außerdem ist er Leiter eines Krokodil-Zoos in Queensland an der Sunshine Coast.
Aus dem Fast-Australier-des-Jahres wurde nun der dümmste Australier. Zumindest titelte die in den USA erscheinende «New York Daily News»: «Steve Irwin - Australian for stupid». Auch andere amerikanische Zeitungen sind dieser Meinung und fragen, ob er als Vater wirklich geeignet ist. Und sie verglichen ihn mit Michael Jackson, der sein Baby aus einem Fenster des Berliner Hotels «Adlon» gehalten und damit die anwesenden Fans schwer erschreckt hatte.
Er sagte, er würde seinen Sohn immer wieder mit in das Krokodilgehege nehmen, allerdings nicht mehr, wenn Beobachter dabei seien. «Ich würde aufpassen, dass keine Kameras in der Nähe sind», sagte er dem australischen Fernsehsender «Channel nine». «Ich werde meine Kinder und die Kinder der Welt weiter unterrichten, damit sie nicht mit Krokodilen ins Wasser gehen.»
Auch seine Frau Terri versteht die Aufregung nicht. Schließlich sei es die Aufgabe von Eltern, ihre Kinder mit den Gefahren des tropischen Lebens vertraut zu machen. «Kinder lernen in sehr jungen Jahren zu schwimmen», sagte sie. «Wäre es besser, ein Kind unter Anwendung von Zwang das Schwimmen beizubringen, oder es ertrinken zu lassen?»
Irwin selbst hat auf ähnliche Art seine Kindheit verbracht. Er war in dem kleinen Reptilienpark seines Vaters aufgewachsen, den er selbst unter dem Namen «Australia Zoo» zu einer Touristenattraktion ausgebaut hat. Zu seinem sechsten Geburtstag bekam er eine dreieinhalb Meter lange Python geschenkt. Im Alter von neun Jahren zum ersten Mal unter Anleitung seines Vaters Bob ein Krokodile per Hand gefangen. Auch er sei von seinem Vater als Baby mit in das Gehege genommen worden. Schließlich lebe er mit seiner Familie mitten im «Australia Zoo».
Sie habe «tiefe persönliche Bedenken» gegen die Art, wie Irwin sich verhalten habe, wird die Direktorin der Jury, Marjorie Turbayne, zitiert. «Er ist ein sehr netter junger Mann und ich bin sicher, dass er auf seine Familie aufpasst, aber das ist schon ein wenig seltsam.» (nz)

