18.12.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Harald Schmidt
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine Münchner Pfarrerin hat den Abschied Harald Schmidts zum Gegenstand einer Predigt gemacht. Sie verglich den Talkmaster mit Apostel Paulus. Thema: Ende der Schmidt-Show Thoma: Sat.1 sollte Late-Night-Show aufgeben Gottschalk: «Harald Schmidt war zu verkopft» Sat.1-Chef: «Harald Schmidt ist nicht Gott» Hape Kerkeling statt Harald Schmidt «Harald for President» Schawinski: Schmidt kommt nicht wieder Abgetaucht: Die Kündigung des Harald Schmidt
Das Ende der «Harald Schmidt Show» beschäftigt sogar die Kirche. Die Pfarrerin einer Münchner Gemeinde hat den Abschied des Talkmasters zum Thema ihrer Predigt gemacht.
«Ein Abschied steht uns bevor. Für alle wird es eine entscheidende Veränderung geben, von Montag bis Freitag, nachts um elf... Harald Schmidt hört auf», zitiert die «Abendzeitung» die Worte von der Kanzel.
«Niemand wird uns mehr vor dem Schlafengehen die unverblümte Wahrheit über unsere Kleingeistigkeit mit in die Träume geben. Niemand wird uns mehr aus dem vormitternachtlichen Halbschlaf jagen und uns mit Ungeheuerlichkeiten erschrecken. Niemand wird mehr in uns die Lust am Zynismus wecken.»
Narr der FreiheitFür die Pfarrerin sei der Entertainer der «Prototyp des modernen Narren», heißt es weiter. «Ein Narr weiß, dass er umstritten ist, dass er nur überleben kann, wenn er trotzdem nicht abweicht von seiner Botschaft, wenn er weder aus Angst vor Kritik noch im Taumel des Jubels aufhört, das zu sein, was er ist: ein Narr der Freiheit.»
Gegenüber der Zeitung begründete die Kirchenfrau ihre Themenwahl damit, dass sie ein Fan sei und sich kaum eine Sendung entgehen lasse. Und weil sie selbst bald ihre Gemeinde verlasse, habe die Predigt gleich noch besser gepasst.
Dem Ruf der Kirche leider nicht gefolgtSchließlich verglich sie Schmidt sogar mit dem Apostel Paulus, weil der TV-Mann sich wie dieser seine «Unabhängigkeit von Lob und Kritik als einzige Bewertungsmaßstäbe» bewahrt habe.
Die Pfarrerin bedauerte, dass der Showmaster in «Jugendtagen seine Ministrantentätigkeit aufgegeben» hat und so «nicht dem professionellen Ruf seiner Kirche gefolgt» ist. (nz)