netzeitung.deSpekulationen um Schmidts Wechsel ins Schauspielfach

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Harald Schmidt (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Harald Schmidt
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Entertainer Harald Schmidt soll als Schauspieler ans Berliner Ensemble kommen. In seiner Show verurteilt er das Angebot als Anbiederung.

Die einen sagen, er kommt. Er selbst sagt nichts Konkretes. Doch mit dem, was er sagt, sagt er eigentlich, dass er nicht kommt. Die Rede ist von Harald Schmidt. Nach einem Bericht der Berliner Boulevardzeitung «BZ» soll er als Schauspieler ans Berliner Ensemble wechseln. Das berichtete das Blatt am Donnerstag und beruft sich auf Mitarbeiter aus dem Künstlerischen Betriebsbüro.

Schmidt, der eine Schauspielausbildung hat und immer wieder Theater spielt, werde bereits im Januar in Bertolt Brechts Stück «Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui» auf der Bühne stehen, hieß es weiter. Die Proben hätten bereits begonnen.

Entdecker, Förderer, Freund
BE-Intendant Claus Peymann habe Schmidt sein erstes Theater-Engagement verschafft, hieß es weiter, 1974 in Stuttgart. In einem Fax an den Entertainer hatte sich Peymann als «Entdecker, Förderer und Freund» Harald Schmidts beschrieben. Formulierungen, die dem Entertainer am Mittwoch Abend als Vorlage dienten, Peymanns Versuch in seiner Show öffentlich indirekt als Anbiederung zu kritisieren.

Er könne sich gar nicht daran erinnern, dass er 1974 schon in einer Peymann-Inszenierung auf der Bühne gestanden hätte, sagte Schmidt. Seinem Gedächtnis zufolge war er damals gerade mal 17 Jahre alt und sei noch zur Schule gegangen. Es sei schon merkwürdig, dass er vergessen habe´, dass er zu der Zeit eigentlich mit dem «Welt-Theaterregisseur» Peymann geprobt habe. Schon mit zwölf Jahren sei ihm die Rolle der Julia angeboten worden. Von Peymann. So jedenfalls spekulierte Schmidt, der vermeintlich Vergessliche, über Schmidt, den vermeintlichen jungen Theaterstar.

Noch bevor Peymann diese Abrechnung am Bildschirm mitverfolgen konnte, hatte er schon nachgelegt. Er sagte gegenüber der «Welt», dass er als erster Schmidt im Jahr 2001 durch einen Auftritt in «Claus Peymann kauft sich keine Hose, geht aber mit essen» von Benjamin Stuckrad-Barre ans Theater zurückgeholt habe.

Zu spät zurückgerudert
Doch offenbar muss er irgendwie geahnt haben, dass seine Äußerungen an dem Entertainer abprallen und er besser zurückrudert. Die Spekulationen, Schmidt komme fest ans BE, wollte er jedenfalls schon am Mittwoch nicht weiter kommentieren. An anderer Stelle ließ er sogar aber durchblicken, dass es sich dabei um nicht viel mehr als einen PR-Gag gehandelt hat. Gegenüber dem «Tagesspiegel» erklärte der Intendant nur: «Ein erklärter Witz ist ein schlechter Witz.»

Aufgelöst wurden die Spekulationen dann am Donnerstag Nachmittag. «Nein, er kommt nicht», sagte die BE-Sprecherin Gabi Hofmann. Da sei aus einer Mücke ein Elefant gemacht worden, hieß es weiter. Peymann hätte gemeint, dass Schmidt ans BE käme, wenn er zu einem Theater ginge.(nz)