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Medienexperte: Sat.1 hat nun viele Probleme

09. Dez 2003 07:42, ergänzt 11:20
Harald Schmidt
Der Medienexperte Horst Röper sieht einen Zusammenhang zwischen dem Ende der «Harald Schmidt Show» und dem Wechsel an der Spitze von Sat.1. Das Gesicht werde dem Sender fehlen, sagte er der Netzeitung.

Thema: Ende der Schmidt-Show
Netzeitung: Herr Röper, kam die Ankündigung des Endes der «Harald Schmidt Show» auch für Sie überraschend?

Horst Röper: Ja, aber ich kenne nur die Pressemitteilung von Sat.1. Und die ist ein bisschen zum Piepen.

Netzeitung: Warum?

Horst Röper: Friede, Freude, Eierkuchen, das kann es bei einem so plötzlichen Ende nicht geben. Schmidt hat ein eigenes Team. Die Mitarbeiter sind nun womöglich in wenigen Tagen arbeitslos. Da müssen Kündigungsfristen eingehalten werden. Und zum Beispiel müssen Programmzeitschriften sechs Wochen vorher erfahren, was laufen wird. Sat.1 hat nun viele Probleme.

Netzeitung: Was bedeutet der Weggang Schmidts für den Sender?

Zur Person: Horst Röper
Horst Röper ist Chef des Dortmunder Formatt-Instituts für Medienforschung und -ökonomie
Horst Röper: Schmidt hinterlässt eine Lücke. Schon rein quantitativ wegen der vielen Sendetermine. Aber vor allem ist er das Gesicht von Sat.1. Der Repräsentant. Das Gesicht wird dem Sender fehlen. Und das ist ein Problem für Sat.1, nicht für Harald Schmidt. Der wird kein Problem haben, einen neuen Sender zu finden, wenn er denn einen haben will. Es ist ein einseitiger Verlust. Ich kann mir vorstellen, dass man bei ARD, ZDF und RTL bereits kräftig überlegt, wie man Schmidt zu sich holen könnte.

Netzeitung: Glauben Sie, dass die Entscheidung zu gehen mit der neuen
Geschäftsführung zusammenhängt?

Horst Röper: Ich gehe davon aus, dass es einen Zusammenhang gibt. Die zeitlichen Korrelationen geben zu denken. Erstens zwischen dem Weggang Hoffmanns und der Entscheidung Schmidts. Zweitens dass die Entscheidung kurzfristig gefallen ist. Was machen denn jetzt Schmidts Mitarbeiter? Schmidt hat kein Loch. Er kann entscheiden, ob er sich eine Pause gönnt oder nicht. Aber er ist auch Firmeninhaber. Er hat Verantwortung für seine Leute. Wenn er eine Auszeit nimmt, geht es auch um seine Kollegen. Und so wie ich ihn einschätze, ist Schmidt niemand, der seine Leute kurz vor Weihnachten ans Messer liefert.

Das Gespräch führte Sophie Albers

 
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