netzeitung.deViel Rummel um Bohlen beim Bundespresseball

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Dieter Bohlen (l.) und Johannes Rau (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Dieter Bohlen (l.) und Johannes Rau
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Popstar Bohlen stahl beim Bundespresseball anderen Prominenten die Show. Überraschend war er erschienen, um «intelligente Gespräche» zu führen.

Dieter Bohlen und dessen Freundin Estefania Küster kamen am Freitagabend überraschend zum 52. Bundespresseball ins Berliner Hotel Interconti - und zogen prompt mehr Aufmerksamkeit auf sich als andere Prominente aus Politik, Wirtschaft und Medien.

Noch am Vortag hatten die Organisatoren gesagt, sie seien «nicht an den Darstellern der Superstar-Serien interessiert». Dass nun ausgerechnet ein Mitglied der «Deutschland sucht den Superstar»-Jury erschienen war, gefiel nicht allen. «Die Organisatoren wollten wohl ein Highlight setzen. Für mich ist das aber keins», kommentierte Verteidigungsminister Peter Struck. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sagte angesichts des Medienrummels um Bohlen und Begleitung, da könne wohl kaum einer mithalten. Und CSU-Landesgruppenchef Michael Glos, der nicht an dem Journalistenpulk rund um den «Pop-Titan» vorbeikam, sagte: «Das ist ein Bohlen-Stau.»
Rau: «Kenne ihn nicht»
Gelassen reagierte dagegen Bundespräsident Johannes Rau auf Bohlen: «Ich kenne ihn nicht und finde es auch gar nicht so aufregend, dass er hier ist. Das ist für mich nicht von Belang.» Es seien so viele interessante Leute da - unter anderem auch Mario Adorf, Ulrich Wickert, Anne Will, Sabine Christiansen, Dieter Stolte, Otto Schily und Michael Sommer.

Der Bohlen-Rummel ließ sogar die Diskussionen um die Absage von Kanzler Gerhard Schröder in den Hintergrund treten. Offiziell hatte der SPD-Chef laut Bundespresseamt «aus privaten Gründen» abgesagt. Aus Beobachterkreisen hieß es jedoch, der Kanzler könne nicht auf dem Bochumer Parteitag ab Sonntag einschneidende Reformen vertreten und kurz davor feiern.

Bohlen: «Intelligente Gespräche»
Gefrage, wie er denn zur Einladung zum Presseball gekommen sei, antwortete Bohlen, verantwortlich dafür sei der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner gewesen. Tanzen könne er selbst zwar nicht - und wenn er es dann doch einmal täte, dann nur im Keller seines Hauses mit Freundin Estefania. Auf dem Presseball wolle er «intelligente Gespräche» führen, allerdings nicht über Politik.

Beim Bundespräsidenten habe er sich für einen Bundestagsauftritt von Fernsehmoderator Thomas Gottschalk stark gemacht, sagte Bohlen hinterher. Gottschalk hatte die Rede als Wetteinsatz für seine verlorene Saalwette bei der letzten «Wetten, dass ..?»- Sendung vorgeschlagen.

Bohlen: «Lockerer sehen»
Rau solle «die Sache mit der Rede im Bundestag lockerer sehen» und erlauben, sagte Bohlen.

Dass er sich in dieser Frage an den falschen Ansprechpartner wandte, war dem Popstar offenbar nicht ganz klar. Rau lächelte trotzdem - und war damit einer derjenigen, die das Motto des Ballabends «Nacht des Lächelns» wörtlich nahmen. (nz)