netzeitung.deBerlusconi-Kritiker kehrt zur Rai zurück

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Daniele Luttazzi (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Daniele Luttazzi
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wegen seiner Witze über Berlusconi war der italienische Komiker Luttazzi nicht mehr im Staatsfernsehen zu sehen. Nun hatte er zumindest wieder einen Gastauftritt.

In seiner Show «Satyricon» überzog Daniele Luttazzi Regierungschef Silvio Berlusconi einst mit beißendem Spott. Daraufhin wurde der populäre italienische Komiker aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen verbannt. Nun durfte Luttazzi wieder bei der Rai auftreten - allerdings nur als Gast von Entertainer Pippo Baudo in der Sendung «Cinquanta».

«Endlich kehre ich nach Berlusconis bulgarischem Edikt ins Fernsehen zurück», frohlockte Luzzatti. Er bezog sich auf eine Pressekonferenz Berlusconis in Sofia im Frühjahr 2002, bei der er Luttazzi und den beiden TV-Moderatoren Enzo Biagi und Michele Santoro einen «kriminellen» Umgang mit staatlichen Medien vorgeworfen hatte.

In der Show von Baudo, bei der es ausgerechnet um Medienzensur ging, blieb Luttazzi nun ungewohnt zahm und politisch ausgewogen. Berlusconi erhielt zwar einen Seitenhieb: «Er ist größenwahnsinnig und aufgeblasen(...) Vor zwei Tagen kam er ins Krankenhaus, weil ihm der Heiligenschein gebrochen war«.

Ansonsten musste auch die Opposition einiges wegstecken. Über den Linksdemokraten Francesco Rutelli, der Berlusconi im Wahlkampf 2001 unterlegen war, spottete Luttazzi: «Berlusconi rühmt sich, die Wahl gegen Rutelli gewonnen zu haben. Das wäre aber selbst einem Passanten gelungen.«

Mehrere Zivilklagen gegen Luttazzi
Baudo ließ es nicht nehmen, auch einige Ausschnitte aus der inkriminierten Sendung «Satyricon» zu zeigen. Wegen des Programms seien noch zehn Zivilklagen gegen ihn anhängig, merkte Luttazzi an. «Ich rechne damit zu gewinnen, wenn nicht, muss ich 160 Milliarden (Lire) zahlen, die ich nicht habe. Schließlich bin ich kein Klempner...».

Der Komiker nutzte den Auftritt auch für PR in eigener Sache. So stellte er seine neue DVD «Adenoidi 2003» (Untertitel: Bin Laden darf ins Fernsehen und ich nicht) sowie sein Buch «Capolavori» (Meisterwerke) mit satirischen Texten und Zeichnungen vor. (nz)


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